Bericht über das EL DE Haus in Köln

Das EL DE Haus (gesprochen L D Haus) in Köln wurde nach den Initialen von Leopold Dahmen benannt, der das Haus nach den Plänen von Architekt Hans Erberich im Stadtteil Altstadt-Nord erbauen ließ. Einst war das EL DE Haus als Wohn- und Geschäftshaus gedacht, bis es jedoch im Jahr 1935 von der Kölner Gestapo konfisziert wurde. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Haus noch im Rohbau. Erwähnenswert ist außerdem, dass die Gestapo das Gebäude nicht enteignete, jedoch beschlagnahmte. Heutzutage wird das EL DE Haus als Museum genutzt und zählt mit einem eigenen Archiv.

Die Errichtung des Gebäudes

Wie bereits in der Einleitung angemerkt, wurde das EL DE Haus von Leopold Dahmen gebaut. Dahmen war Großhändler für Goldwaren sowie Uhren und hatte ursprünglich geplant, das Haus mit vier Stockwerken als Wohn- und Geschäftshaus zu nutzen. Der Architekt Hans Erberich gestaltete das Haus nach strenger neoklassizistischer Bauweise, mit einer Fassade aus Tuffstein. Die Nationalsozialistische Zeitung mit dem Namen „Westdeutscher Beobachter“ lobte das Bauwerk als zeitgemäß. Heutzutage können Besucher immer noch die originale Eingangstür bestaunen, in der die Initialen des Bauherrs Leopold Dahmen eingelassen sind. Neben dem Namen geben desweiteren, auch heute noch, ein Wappen mit dem Schriftzug „EL DE“, die in Wandrelief des Gebäudes eingelassen sind, Aufschluss aus den Bauherrn. Eine weitere Besonderheit, die Besucher entlang des Gebäudes entdecken können, findet sich ein Symbol für den Händlergott Helmes. Im Außenbereich des EL DE Hauses wurde eine eigene Brunnenanlage errichtet und desweiteren zählte das Haus mit eigenen Garagen und einem Luftschutzraum beziehungsweise –keller, der Platz für um die 60 Personen bot.

Beschlagnahmung des Rohbaus durch die Gestapo

Noch im Rohbau befindlich, wurde das EL DE Haus im Sommer des Jahres 1935 von der Geheimen Staatspolizei der Nationalsozialisten, sprich der Gestapo, beschlagnahmt. Da es sich nicht um eine Enteignung handelte, zahlte die Gestapo ihre Miete an Leopold Dahmen. Andere Mieter, die eigentlich ihre Wohnung nach der Fertigstellung des Gebäudes beziehen wollten wurde enttäuscht und diesen im Rohbau abgeben. Mit anderen Worten wurden bestehende Mietverträge aufgelöst. Die Lage des EL DE Hauses war für die Gestapo ausgezeichnet, da sich das Gebäude im Herzen Kölns befand. Außerdem lag dieses in unmittelbarer Nähe zum Polizeipräsidium in der Krebsgasse sowie nahe am Zentralgefängnis der Stadt. Die Gestapo beauftragte direkt nach der Beschlagnahmung Handwerker, die mit dem Umbau der Wohnungen zu Büros begannen. Das Gebäude verfügt über zwei Kellergeschosse. Die Gestapo entschied sich dazu, das obere der beiden Kellergeschosse als Gefängnistrakt mit insgesamt zehn Zellen zu nutzen. Der Betrieb des Gebäudes als Gestapostelle wurde am 1. Dezember des Jahres 1935 aufgenommen und es sollte fast zehn Jahre dauern, bis der Betrieb in Angesicht der Vorrückenden amerikanischen Truppen am 2. März 1945 eingestellt wurde. Im Hinblick auf einen Großteil der restlichen Gebäude Kölns, die durch den Krieg und Bombenhagel zerstört worden waren, ist besonders ironisch, dass die gefürchtete Gestapostelle den Krieg überstanden hat. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung Kölns durch amerikanische Soldaten, kam es zu baulichen Veränderungen des EL DE Hauses, die im nächsten Absatz beschrieben werden.

Umbau des EL DE Hauses nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Krieg wurde das EL DE Haus umfangreich ausgebaut. Von 1947 bis 1949 wurden Anbauten an das Gebäude errichtet, die dem Stil der ehemaligen Gestapostelle nachempfunden wurden. Sogar der Tuffstein, der für die Fassade verwendet wurde, stammte aus ein und demselben Steinbruch, wie der des EL DE Hauses. Außerdem wurden die Fensterrahmen und weitere typische Merkmale an die des EL DE Hauses angepasst. Die Zahl der Fensterachsen wurde von sechs auf zwöfl verdoppelt und anschließend noch ein Mal auf 16 erweitert. Eine weitere Umbaumaßnahme umfasst die oberen Stockwerke des Gebäudes. Hier wurde über der Attika ein weiteres Geschoss errichtet, sodass das EL DE Haus auch in seiner Höhe wuchs. Im nächsten Absatz wird auf die Nutzung des EL DE Hauses nach 1945 eingegangen.









Die Nutzung des Gebäudes nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach der Räumung des Gebäudes von Seiten der Gestapo und nach der Kapitulation Nazi Deutschlands, wurde relativ unbekümmert mit dem EL DE Haus umgegangen. Die Stadt Köln nutzte Büroräume des Gebäudes, in der einst die Gestapostelle Entscheidungen fiel, unmittelbar nach dem Krieg und brachte das Besatzungsamt, die Preisbehörde sowie das Rechts- und Versicherungsamt dort unter. Da sich auch das Standesamt im EL DE Gebäude befand, mussten hier dementsprechend Menschen ihre Ehe schließen oder auch andere Erledigungen bei Ämter tätigen und dass in dem Gebäude, wo diese zur Zeit der Nationalsozialisten von Mitarbeitern der Gestapo verhört und oftmals auch gefoltert wurden. Die heutigen Mieter des EL DE Hauses, welches sich nach wie vor im Besitz der Familie Dahmen befindet, sind das NS Dokumentationszentrum, sprich eine Art Museum, welches an die schrecklichen Taten und Gewaltverbrechen der Gestapo erinnert, der Personalrat für das Kulturdezernat der Stadt sowie das Rechts- und Versicherungsamt Kölns. Außerdem findet sich innerhalb des Gebäudes eine Gedenkstelle für die zahlreichen Opfer der Gestapo sowie ein umfangreiche Archiv mit Dokumenten aus der NS-Zeit. Auch der Innenhof des EL DE Hauses, auf dem die Hinrichtungen stattfanden, ist für das Gedenken an die ermordeten Menschen als Gedenkstätte vorgesehen.

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