Das Käthe Kollwitz Museum in Köln

Käthe Kollwitz lebte fast fünfzig Jahre mit ihrem Mann, dem Arzt Karl Kollwitz, in Berlin. 1867 geboren im preußischen Königsberg, erhielt sie eine erste künstlerische Ausbildung in München, kehrte aber schon bald an den zentralen Schauplatz ihres Lebens nach Berlin zurück, wo sie bis kurz vor ihrem Tod lebte.

Post mortem finden sich Spuren der Künstlerin in Köln

1983 konnte die Kreissparkasse Köln durch den Ankauf einer privaten Sammlung verhindern, dass Werke der Künstlerin über die Welt hinweg verstreut würden. Heute kommen Besucher aus der ganzen Welt nach Köln, um das Käthe Kollwitz Museum am Neumarkt zu besuchen. Seit dem Ankauf der 60 Druckgrafiken, 15 Skulpturen und 100 Handzeichnungen ist mit der Gründung des Käthe-Kollwitz Museums 1985 der gesammelte Bestand über die vergangenen Jahre zur weltweit größten dem Werk von Käthe Kollwitz gewidmeten Sammlung herangewachsen. 280 Zeichnungen und 500 druckgrafische Blätter liegen mittlerweile in Köln vor. Das gesamte bildhauerische Werk von Käthe Kollwitz ist auf 1000 Quadratmetern in den hellen Räumen des Museums geborgen.
Auch alle von der Künstlerin gestalteten Plakate umfasst die Kölner Sammlung. Diese Plakate entspringen der späteren Schaffensphase von Käthe Kollwitz. Künstlerisch bereits weithin anerkannt hat Käthe Kollwitz diese Plakate nur dann gestaltet, wenn sie um öffentliche Solidarität gebeten wurde. Am wohl bekanntesten ist das Plakat "Nie wieder Krieg" von 1924.

Käthe Kollwitz zeigte Wirkung. 1935 wurde ihr – seit 1919 Professorin an der Preußischen Akademie der Künste und Leiterin der Meisterklasse für Grafik- Ausstellungsverbot erteilt. Durch den Aufruf an die Linksparteien, bei den anstehenden Wahlen gemeinsam gegen die NSDAP anzutreten, um deren Erfolg zu verhindern, hatte sie deutlich Position gegen das aufmarschierende Regime bezogen.

Mit dem aus sechs Druckgrafiken bestehenden „Weberzyklus“ zu Gerhart Hauptmanns Drama „Die Weber“, ebenfalls in Köln gezeigt, war Käthe Kollwitz schon früh der künstlerische Durchbruch gelungen. Nicht zuletzt, weil die Juroren der "Großen Berliner Kunstausstellung" ihr 1898 einen Preis verleihen wollten, der ihr aber vorenthalten wurde, da Kaiser Wilhelm II. der Auffassung war, einer Frau stehe diese Auszeichnung nicht zu.

Ankauf durch die Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln verpflichtete sich beim Ankauf, die Sammlung zu erweitern und nimmt seither diese Aufgabe auch durch Erwerbsaktivitäten wahr. Zuletzt wurde das "Selbstbildnis en face" angekauft. Mit vier Farben gedruckt ist dieses Selbstporträt einmalig und sticht unter den meist schwarz-weißen Drucken der Künstlerin hervor. Auch die Erstellung eines zweibändigen Werkverzeichnisses zur Druckgrafik der Künstlerin war nur durch das Engagement des Museums möglich. Dass ihm auch Schenkungen zufallen, die den Sammlungsbestand erweitern, zeugt davon, dass man Anerkennung ob der Bewahrung von Werk und Erbe von Käthe Kollwitz gewonnen hat. Geschuldet ist diese zugleich den finanziellen Anstrengungen der Bank wie auch dem kuratorischen Vermögen der unabhängigen Museumsverwaltung.









In den Räumen des Museums finden Sonderausstellungen, Vorträge und Veranstaltungen statt. Das Werk der Käthe Kollwitz wird so stets neu kontextualisiert und zeigt immer wieder seine aktuelle Relevanz. Mit ihrem Werk wollte sie aktive Arbeit für den Frieden und gegen Krieg, Hunger und Armut in der Welt leisten. Ihr erklärter Wille war es, das ihre Werke bleiben mögen. Wäre das der Fall, sagte sie, habe sie viel erreicht. Kollwitz Sohn Peter meldete sich freiwillig in den Ersten Weltkrieg und starb drei Wochen später an der Front. Seither fühlte sich die Mutter alt und sah sich auf einem Weg „dem Grabe entgegen“. 1940 verstarb ihr Mann. Auch der Enkel fiel im Krieg. Das Berliner Haus, in dem sie lebte, wurde zerbombt. Wenige Tage vor dem Ende des Krieges starb Käthe Kollwitz.

Wird das Leben der Künstlerin im Schatten der zwei Weltkriege Zug und Zug ausradiert, setzt es sich in den expressiven Zügen ihrer Grafiken doch vor dem Betrachter wieder zusammen. Viele Skulpturen, Grafiken von Müttern und Kindern, häufig mit geschlossenen oder halb geschlossenen Augen, mit abgewandtem Blick, dem Kopf mit den Händen verborgen oder in sie gestützt, sind Selbstbildnisse. Es ist überliefert, dass Käthe Kollwitz nach der Errichtung der Figurengruppe des „Trauernden Elternpaars“ auf einem Gräberfeld in Belgien der Figur der Mutter tröstend die Wange gestreichelt habe. Erst in der Betrachtung von außen werden Tod, Trauer und Mitgefühl begreifbar. Kopien der " Trauernden Eltern" wurden als Bundesehrenmal 1959 in der Kölner Kirchenruine Alt St. Alban eingeweiht.

Das Tagebuch

In ihrer letzten Tagebucheintragung schreibt Käthe Kollwitz, deren Tagebücher 2012 von ihrer Enkelin Jutta Bohnke-Kollwitz im btb-Verlag von Random House herausgegeben wurden: „ Aber einmal wird ein neues Ideal erstehen, und es wird mit allem Krieg zu Ende sein … In dieser Überzeugung sterbe ich. Man wird hart dafür arbeiten müssen, aber man wird es erreichen. “ Seit 1992 stellt die Kreissparkasse Köln zusammen mit der Akademie der Künste Berlin die Mittel für den Käthe-Kollwitz-Preis zur Verfügung und setzt auch so die Arbeit an der Erreichung dieses Ziels fort.

Wo ist das Museum?

Zu finden ist das Museum in der Oberetage der Neumarkt Passage. In der Mitte der Passage fährt ein gläserner Aufzug unter der lichtdurchfluteten Kuppel eines Oktogons die Besucher nach oben. Führungen und spezielle Kinderführungen sowie eine mehr als 3000 Bände umfassende Fachbibliothek und ein Museumsshop sind an die Dauerausstellung angeschlossen. Aktuelle Informationen und weitere Details sind unter http://www.kollwitz.de/ zu finden.

Kontakt

Adresse: Neumarkt 18-24, 50667 Köln
Telefon: 0221 2272899