Groß St. Martin in Köln

Die sehenswerte Kirche Groß St. Martin in Köln zieht viele Touristen an. Aber nicht nur ihre heutige Erscheinung, sondern auch die lange Geschichte, die ihre Mauern erzählen, macht sie zu einem Wahrzeichen der Rheinstadt.

Groß St. Martin
Groß St. Martin

Die Lage in Köln

Mitten in der Kölner Altstadt, umgeben von einem Viertel, das im 20. Jahrhundert entstand, ragen die Türme der Kirche in den Himmel. Hinter dem Gotteshaus schlängelt sich der Rhein durch die Stadt. St. Martin wurde nahe seines Ufers errichtet. Ebenfalls nicht unweit steht das Kölner Rathaus.

Die Bauart Groß St. Martins

Groß Sankt Martin besteht aus einer Basilika mit zwei Seitenschiffen, einerm Langhaus und dem Vierungsturm. Als besonderes Markenzeichen gilt der kleeblattförmige Altarraum mit seinen drei Apsiden. In dem nördlichen Seitenschiff befindet sich die Krypta, die kostbare Relikte bewahrt. Auffällig ist die Ausschmückung der Kirche, die von West nach Ost zunimmt. Bogenfriesen mit Lisenen, mit Säulen versehene Rundbogenfenster, sowie von Säulen gestützte, offene Galerien sind markante Bauelemente, die immer wieder auftauchen. Das Bauwerk weist den Stil der romantischen Architektur auf, wie sie in der Zeit von 1150-1250 üblich war. Nach vielen Einstürzen und Brandkatastrophen musste sie immer wieder neu errichtet werden, sodass sich ebenfalls Komponenten anderer Epochen, beispielsweise aus dem Barock, dem Historismus oder der Gotik, untermischten. Besonders im Innenraum ist der Einfluss verschiedener Zeitgeschmäcker erkennbar.



Geschichte der Groß St. Martin

Entstehung des Klosters

Aus der Entstehungszeit der Kirche Groß St. Martin sind nur wenige zeitgenössische Quellen erhalten. Über den genauen historischen Verlauf können deshalb nur Vermutungen angestellt werden. Wahrscheinlich ist der Name des Gotteshauses auf den Bischof Martin von Tours zurück zu führen, den die Katholiken als Heiligen verehren.

Das Fundament des Bauwerks legten die Römer. Ausgrabungen belegen die These der Forscher. Bevor am Ufer des Rheins eine Kirche enststand, bildete eine ummauerte Fläche den Vorläufer des heutigen Wahrzeichens. Historiker vermuten, dass das Gebilde eine Arena darstellte, die zu sportlichen Aktivitäten diente. Ein Wasserbecken in der Mitte des Areals könnte ein antikes Schwimmbad dargestellt haben. Im 2. Jahrhundert erweiterten die Menschen die Mauern zu einem überdachten Gebäude. Dieses besaß schon jetzt drei Schiffe, die möglicherweise als Lagerhallen genutzt wurden. Sicher ist, dass Verstorbene hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Unter dem Boden fand man menschliche Überreste aus jener Zeit.

Die heutige Köner Altstadt war damals eine Insel, die sogenante Rheinvorstadt, welche bald zum Handelszentrum der Ansiedlung wurde. Dieser Umstand unterstützt die Annahme, der Benutzung als Lagerhallen. Der Handel machte das Viertel populär und bald gründete der Kaiser Pippin, so erzählt eine Legende, ein Kloster am Rheinufer. Anfangs verwalteten es schottische Benediktiner, doch der Fremdenhass verdrängte die Eingewanderten und deutsche Ordensbrüder des gleichen Stammes lösten die ursprünglichen Mönche ab. Die Säkularisation, also die staatliche Übernahme aller kirchlichen Institute, beendete im 18. Jahrhundert die Zeit, in der Groß St. Martin als Abtei fungierte.

Zerstörung und Neuaufbau

Im Jahr 1150 zerstörte ein verheerendes Feuer die Kirche. Einzig der kleeblattförmige Trikonchos überstand die Flammen. Während die übrigen Gebäudeteile neu errichtet werden mussten, blieb dieser als einziger unverändert. Da Fehlkonstruktionen die Kirche immer wieder zum Einsturz brachten, wandelte sich ihre Fassade ständig.

Im 19. Jahrhundert war die einstige Schönheit des Bauwerks längst vergangen. Die Tristesse veranlasste die Stadt Köln, in eine Restauration zu investieren. Der Zweite Weltkrieg richtete jedoch erneut schwere Verwüstungen an. Es folgte eine lange Debatte, ob es überhaupt lohnenswert sei, noch einmal Geld für einen erneuten Wiederaufbau Groß St. Martins aus zu geben. Alternativ zog man in Betracht, die Ruine als Mahnmal unverändert stehen zu lassen. Letztendlich sprach man sich doch für die erst genannte Lösung aus. Die neu erbaute Kirche eröffnete 1985. Fünf Glocken läuten derzeit für die Kölner Einwohner und angereisten Touristen.

Groß St. Martin heute

In den Jahren 2007/2008 nutzten Gemeinden verschiedener Herkunft, unter anderem Spanier und Portugiesen, das ehemalige Kloster, um Gottesdienste ab zu halten. Seit 2009 hat erneut eine Ordensgemeinschaft das Gotteshaus bezogen. Die Gemeinschaft von Jerusalem ist eine Gruppe Geistlicher, die sich aus Priestern, Ordensbrüdern- und Schwestern, aber auch einfacher gläubiger Bürger zusammen setzt. Sie laden die Menschen ein, gemeinsam zu beten oder Gäste nach Vereinbarung durch die Kirche zu führen. Groß St. Martin öffnet Besuchern seine Türen an allen Tagen außer montags.

Relikte und Sehenswertes in Groß St. Martin

Die Grundsteine aus der Römerzeit können noch heute begutachtet werden. Zusätzliche Beleuchtung setzen sie eindrucksvoll in Szene. Noch beachtlicher ist das Deckengemälde, das sich über das gesamte Kirchenndach zieht. Der Maler Alexius Kleinertz fertigte das Kunstwerk in den Jahren von 1868-1885 auf Anweisung des Architekten August Essenwein an. Das Gemälde verbildlicht die Entstehungsgeschichte, von der Schaffung des Lebens bis zum Sündenfall und der folgenden Vertreibung aus dem Garten Eden. Außerdem verewigt es einige Vertreter der katholischen Kirche, die den Glauben in die Welt hinaus getragen haben.

Viele Heiligtümer, die die Kirche in der Vergangenheit schmückten, sind leider den Einbrüchen und Brandkatstrophen zum Opfer gefallen. Erhalten sind dennoch ein Heiligkreuzaltar mit der Kreuzigungsgruppe, bestehend aus dem gekreuzigten Jesus, der Jungfrau Maria und dem Popheten Johannes. Ein dazugehöriger Sandsteinbogen ist nur noch in Teilen unversehrt. Zu erkennen sind lediglich drei Figuren, die vermutlich Adam und Eva, sowie einen Propheten abbilden. Ein weiteres Relikt zeigt die Bestattung Jesu. Ein Großteil der Sammlung besteht aus Stiftungen. So nehmen Historiker an, dass das mit aufwendigen Ornamneten verzierte Taufbecken aus der naheliegenden Brigidenkirche stammt. Neben weiteren Jesus Darstellungen setzte man auch katholischen Heiligen wie Ephilius von Rampillon mittels einer Statue ein Denkmahl. Auch den Kaiser Pippin, Gründer des Klosters, verewigte man auf diese Weise.

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