Bericht über den Pegel Köln und das aktuelle Hochwasser

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Der Blick auf den Rhein macht derzeit vielen Kölnern und auch anderen Bewohnern der Region Angst. Das Wasser stieg unaufhörlich und einige Stadtteile sehen sich bereits mit einer Überflutung konfrontiert. Dies erinnert viele Anwohner an die Lage Anfang des Monats, als die Wasserpegel bereits einmal die Marke von 8 Metern überschritten hatten. Doch dieses Mal scheint es keine schnelle Entwarnung zu geben, denn Experten wagen derzeit keinerlei Prognosen.

Wieder Hochwasser in Köln

Pegel steigen weiter

Am Donnerstag lagen die Pegel am Rhein in der Region um und in Köln noch bei ungefähr 7,60 Meter. Die Wasserstände stiegen langsam, sodass die Bevölkerung bereits begann, leicht durchzuatmen. Doch in der Nacht zum Freitag veränderte sich die Situation noch einmal dramatisch. Bei der morgendlichen Messung, die gegen 6:13 stattfand, wurde ein neuer Wasserstand von 8,01 Metern gemessen. Somit überschreitet der Rhein zum zweiten Mal in einem Monat die 8-Meter-Grenze, was für die Anwohner wieder ein banges Warten bedeutet.

Bereits Anfang Januar hat das Wasser einen Höchststand von 8,75 Metern erreicht. Mit dieser Marke war dann der Scheitpunkt überschritten und die Pegelstände begannen, wieder zu fallen. Ob diese Punkt dieses mal auch die Grenze darstellen wird, kann derzeit aber nicht gesagt werden. Vorsichtige Schätzungen gehen zwar davon aus, dass der Pegel die Grenze von 8,60 Metern nicht überschreiten wird, aber ob diese Angaben den Tatsachen entsprechen, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, denn zu unbeständig ist die Lage um den sich nährenden Scheitelpunkt der Welle. Lauten der aktuell letzten Messung von Freitagabend, lag der Wasserstand bei 8,11 Meter mit steigender Tendenz.

Überflutungen in Köln

Erste Überflutungen können derzeit schon beobachtet werden. Das Ufer an der Bastei steht derzeit schon wieder unter Wasser. Aber nicht nur bekannte Orte, sondern auch unscheinbare Bereiche der Stadt sind derzeit nicht zugänglich. Entlang des Ufers sind unzählige Straßen bereits von den Wassermassen betroffen. Zwar sind derzeit noch keine Wohnhäuser betroffen und das Wasser hat sich seinen Weg noch nicht bis in die Stadt gebahnt, allerdings trifft es Orte, die etwas außerhalb liegen deutlich härter.

So zum Beispiel der Ortsteil Kasselberg im Norden. Hier hat das Wasser erneut begonnen, den kleinen Ortsteil zu umschließen. Wie bereits beim Hochwasser Anfang Januar, müssen eventuell erneut Stege für die Bewohner eingerichtet werden, damit diese von ihren Häusern die Bundesstraßen erreichen können. Allerdings scheinen die Menschen vor Ort eine gewisse Routine entwickelt zu haben, denn von Panik oder ängstlichem Verhalten ist keine Spur zu sehen. Alle Vorbereitungen laufen sehr geordnet ab, ganz zur Freude der Behörden.

Pumpen arbeiten auf Hochtouren

Um die Stadt vor schweren Schäden zu schützen, wurden auch die Pumpen in Köln wieder aktiviert. Diese dienen dazu die Kanäle vor all zu hohem Wasserdruck zu schützen und sollten somit ein kontrolliertes Ablaufen ermöglichen. Dabei stehen die Pumpen seit dem Erreichen der 8-Meter-Marke nicht mehr still. Auch Schieber wurden wieder geschlossen, um das Wasser von den lebenswichtigen Adern des Stadtverkehrs fernzuhalten und zu verhindern, dass der Wasser aus den Kanälen in der Stadt nach oben drückt.

Derzeit können die Maßnahmen dem Wasserdruck noch standhalten. In Köln selbst sind bisher keine Anzeichen dafür zu sehen, dass Schäden durch das Hochwasser zu erwarten sind. Allerdings haben sich die Behörden auf das Schlimmste eingestellt. So sind Sonderstreifen abgestellt, die die Rheinzufahrtsstraßen kontrollieren sollen. Hier herrscht seit dem Einsetzen des Hochwassers absolutes Halteverbot, um den Einsatzkräften notfalls schnellen Zugang zu lebenswichtigen Kanälen zu gewähren. Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden ausnahmslos abgeschleppt.

Nah- und Fernverkehr betroffen

In und um Köln sind auch der Nah- und der Fernverkehr vom Hochwasser betroffen. Viele Busstrecken auf das nahe Umland können derzeit nicht befahren werden und S-Bahn-Routen entlang des Rheins sind weitegehend stillgelegt. Auch der Fernverkehr ist betroffen, sodass einige Bahnstrecken derzeit nicht genutzt werden können. Allerdings wird sich darum bemüht, mit Bussen einen Ersatz für den Ausfall zu schaffen.







Zudem wurde der Schiffsverkehr auf dem Rhein bei Köln derzeit gestoppt. Dies war auch beim Hochwasser Anfang des Monats schon der Fall, sodass hier schwere wirtschaftliche Schäden für die Binnenschifffahrt im Raum stehen. Da aufgrund der anhaltenden Niederschläge das Wasser aber soweit gestiegen ist, dass die Brücken der Stadt nicht mehr von den Schiffen passiert werden können, blieb den Behörden leider keine Alternative. Derzeit kann der Rhein auf der ganzen Länge seines Laufes durch die Region Köln, nicht von Schiffen passiert werden.

Scheitelpunkt für Samstagmorgen erwartet

Am heutigen Samstag soll der Scheitelpunkt des Hochwassers zumindest in Köln erreicht werden. Derzeit fallen die Prognosen recht spärlich aus, sodass mit einer Höchstmarke von 8,50 Metern gerechnet wird. Allerdings ist dies nur ein ungefährer Wert, denn die tatsächliche Höhe der Flut ist stark von den Niederschlägen in der Mosel abhängig. Halten die Regengüsse hier an, kann das Wasser auch noch weiter ansteigen. Genau in diesem Punkt sind sich die Meteorologen derzeit nicht einig, denn die wechselnde Lage in diesem Gebiet ist derzeit nur schwer vorherzusehen.

Auch andere Städte wie Bonn und Düsseldorf bereiten sich derzeit erneut auf ein Hochwasser vor, warten aber gespannt auf den Scheitelpunkt in Köln. Fällt dieser hier niedriger aus als erwartet, dann können sie leichte Entwarnung geben. Somit ist Köln aufgrund seiner Lage auch der Gradmesser für alle folgenden Städte entlang des Flusses.

Alte Maßnahmen noch intakt

Die Hochwasserlage Anfang des Jahres brachte für die Menschen auch einen Vorteil. Noch immer stehen in und um Köln viele Schutzwände, die für die Flut zu Beginn des Monats errichtet wurden. Hierdurch mussten vielerorts nur eingeschränkte Maßnahmen ergriffen werden, wobei das Technische Hilfswerk bereits wieder Vorräte an Sandsäcken zusammengestellt hat. Mit diesen sollen bei weiter steigendem Pegel gefährdete Bereiche der Deiche befestigt werden.

Ein anderer positiver Nebeneffekt ergibt sich dennoch durch diese Häufung von Fluten am Rhein. Die Stadt Köln und das Land stellen weitere 60 Millionen Euro zur Verfügung, um den Hochwasserschutz deutlich auszubauen. Somit dürfte die Deiche erneuert und viele Wehre und Schleusen auf den aktuellen Stand gebracht werden. Hierdurch kann zumindest bei kommenden Hochwassern die Situation besser unter Kontrolle gebracht werden.

Die aktuelle Lage hingegen bleibt weiter angespannt, bis der Scheitel die Stadt passiert haben wird. Es wird davon ausgegangen, dass dies etwa gegen 7 Uhr morgens der Fall sein wird.

Unterkunft gesucht

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