Fewo Köln erklärt: Heimersdorf

Der Stadtteil Heimersdoft hat eine Gesamtfläche von 1.745,5 km² und eine Einwohnerzahl von etwa 3412.

Heimersdorf ist ein Stadtteil von Köln im Bezirk von Chorweiler. Es liegt ungefähr neun Kilometer von der Innenstadt entfernt.

Köln Heimersdorf

Lage des Stadtteils

Eingegrenzt wird Heimersdorf von den anderen Stadtteilen Longerich, Lindweiler, Weiler / Volkhoven, Chorweiler und Seeberg. Die Mercatorstraße grenzt es östlich ab und südlich ist die Militärringstraße die Grenze.

Geschichtliches zum Stadtteil

Die erste Erwähnung in einer Urkunde erfolgte im 13. / 14. Jahrhundert. Es wurde hierbei ein Hof Heimersdorf erwähnt. Der Kölner Erbvogt Gerhard teilt hierin mit, dass das Kölner Augustinerinnenkloster St. Maria Magdalena, einige Güter in Heimersdorf besitzt. Das Kloster lag am Blaubach und wurde auch "Weißfrauenkloster" genannt. Der Hof "Heimersdorp" lag abgelegen (über viele Jahrhunderte) zwischen Longerich und Volkhoven. In relativer Abgeschiedenheit wurde der Hof vom Kloster nicht selbst bewirtschaftet. Dies übernahm ein Erbpächter. Der Pächter musste 1394 einen Sumer Roggen bezahlen. Der Preis wurde pro Morgen Land berechnet. Auch 20 Kölnische Mark musste abgegeben werden. 1581 bestand der Pachtzins aus 26 Malter Roggen, 12 Malter Gerste, Hähnen, Hammeln, Lämmer, zwei Kälber sowie Eiern. Das war der jährliche Zins. Die Erbpächter wurden über die Jahrhunderte quasi zu Eigentümern. Auf Grund und Boden besaßen sie ein Benutzungsrecht, das vererbt wurde. Die Abgabenlast war oft nur geringfügig. Am 31. August 1803 wurde das Weißfrauenkloster aufgelöst. Durch die französischen Säkularisationsgesetze wurde der Besitz verkauft. Am 25. Oktober 1810 erwarb dann der Kölner Bürger G. A. Krapp den Heimersdorfer Hof. Der Kaufpreis war 18000 Pfund. Heimersdorf wurde zur Bürgermeisterei Longerich dazu gezählt. Seit der französischen Besatzung. In dem Jahrzehnt zwischen 1810 und 1820 wurde der Hof aufgeteilt. Dazu entstand der Heuserhof gleich in der Nähe. Der Hof hatte 1820 30 Mitglieder. Longerich hatte zu dieser Zeit 390 und die Berheimerhöfe umfassten 40 Bewohner. Den Hof Thiebach (Pfeilshof) sieht man auf alten Karten aus 1807 / 1808. Dieser Hof war kleiner und entstand später. Die Eingemeindung von Longerich geschah 1888. Eine alte Karte von 1899 zeigt schön, dass dieses Gebiet damals nur aus den drei Höfen bestand. Daneben existierten noch vier winzige Häuser. Sie gehörten den Bürgern von Longerich. Sie bauten die Häuser auf dem Volkhovener Weg. Eine Bebauung von Heimersdorf fand erst ab 1922 statt. Es enstand eine kleine Siedlung am Volkhovener Weg. Auch an der Pulheimer Straße und am Froschacker entstanden einige Siedlungen. Mit der Zeit folgten noch weitere Ansiedlungen.

Die Neue Stadt

Köln plante 1958 die "Neue Stadt". Es sollte im Norden von Köln ein Entlastungszentrum entstehen. Für die neuen Pläne erkor man Heimersdorf aus. Eine erste Straße entstand hier 1961. Zwischen 1961 und 1965 baute man viele Bauten in Heimersdorf. Man bot den Bürgern günstige Bedingungen für den Hauskauf. Diese richteten sich nach der Zahl der Kinder der Familien. Dies ist mit ein Grund, weshalb Heimersdorf zu den kinderreichsten Gegenden in ganz Deutschland zählte. Stück für Stück wurden die Bauten realisiert. Konrad Adenauer, damaliger Bundeskanzler und Ehrenbürger von Köln, überzeugte sich höchstpersönlich vom Fortschritt des Baus in Heimersdorf.

Religionen in Heimersdorf

1966 wurde die katholische Pfarrkirche Christi Verklärung geweiht. Sie befindet sich am Taborplatz. Das evangelische Gemeindezentrum Magnet wurde 1967 geweiht. Es hat ein Jugendzentrum angeschlossen und befindet sich am Lebensbaumweg. 1979 erfolgte dann die Weihe der "Kirche Jesu Christ der Heiligen der letzten Tage". Es handelt sich dabei um eine Mormonengemeinde. Es hat auch ein Zentrum und eine Bibliothek.

Demographische Entwicklung

Noch im Jahre 1990 hatte Heimersdorf 6.714 Einwohner. 2011 waren es 5.836 Menschen. Der Migrationsanteil lag wesentlich unter dem von Chorweiler, das gleich nebenan liegt. 21,4 % war der Migrationsanteil in Heimersdorf, in Chorweiler lag er bei 76,2 %. Heimersdorf ist von Überalterung betroffen. Bei den Bauten aus den 60er Jahren mit Einfamilienhäusern konnte man eine "demographische Welle" beobachten. Das heißt, dass in die Häuser zumeist zwei Generationen einzogen. Die Eltern wurden zu Senioren und die Kinder zogen fort und übernahmen die Häuser nicht. Jüngere Menschen siedeln sich wenig in Heimersdorf an. Das bedeutet, dass Kindergärten geschlossen wurden. Auch dachte man bereits daran, die zwei Grundschulen zu schließen.

Bauten in Heimersdorf

In Heimersdorf herrscht der Radburn-System Stil vor. Dieser charakterisiert die Bauten im Stadtviertel. Durchgangs- und Anliegerverkehr sind getrennt. Ebenso Verkehrs- und Fußgängerzonen. Heimersdorf besticht mit seinen vielen Grünanlagen, den vielen Hausgärten sowie Schrebergärten. Es ist ein grüner Stadtteil von Köln. Verteilt im vielen Grün liegen die Schulen, die Kirchen, das Jugendzentrum und das Senioren- und Altenwohnheim, Heuserhof genannt.

Infrastruktur / Verkehr

Bis in die 1930er Jahre hatte Heimersdorf den Bahnhof Longerich auf seinem Gebiet. Mit der Bahnstrecke Köln-Kleve am Pingenweg. Man kann heute noch den Bau für den damaligen Bahnhof stehen sehen. In Heimersdorf gibt es eine Station, die unterirdisch verläuft. Es ist die Stadtbahnlinie 15 im Osten. Die Haltestation "Köln Volkhovener Weg" mit der S-Bahnlinie S 11 liegt im Nordwesten. Es ist sehr gut an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. Die Infrastruktur des Stadtteils ist gut. Es gibt Einzelhandelsgeschäfte, zwei Restaurants, eine Kneipe, ein Hotel und obendrein viele Fachärzte. Etwa 500 Schüler besuchen die Haupt- und Realschule Ursula-Kuhr-Schule. Die katholische Grundschule sowie die Anna-Langohr-Gemeinschaftsgrundschule sind in einem gemeinsamen Bau untergebracht. Auch Sportvereine gibt es in Heimersdorf. KSV Heimersdorf und DJK-Wiking sind in Heimersdorf untergebracht.

Bekannte Heimersdorfer Persönlichkeiten

Hier ist einmal Georg Esser (geb. 1928) zu nennen. Er ist bekannter Maler und Graphiker. Helmar Meinel (geb. 1928) ist Journalist und Schriftsteller. Der Vater von Dirk Bach, Willi Bach, ist Heimatforscher und Leiter der Geschichtswerkstatt Köln-Chorweiler. Dirk Bach (1961 - 2012) war Schauspieler, Komödiant, Entertainer und Fernsehproduzent. Markus Anfang (geb. 1974) ist ehemaliger Spieler des KSV Heimersdorf.