Ferienwohnung-Koeln.com erklärt: Humboldt/Gremberg

Humboldt/Gremberg liegt im Osten Kölns und hat eine Fläche von 2,821,3 km². Die Einwohnerzahl liegt bei circa 15.480. Humboldt/Gremberg liegt rechtsrheinisch und gehört zum Stadtbezirk Kalk.

Koeln Humboldt

Der Zusammenschluss

Humboldt/Gremberg ist aus zwei ehemaligen Stadtteilen entstanden. 1975 gab es eine Gebietsreform. Humboldt wurde in der Zeit der Industrialisierung gegründet. Gremberg ist ein Nachbarort. Dieser entstand schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aber Gremberg wurde auch schon in einem Schriftstück viel früher erwähnt, nämlich im Jahr 1003. Die Eingemeindung von Humboldt erfolgte schon 1888. 1910 wurde Gremberg eingemeindet. Humboldt als auch Gremberg entwickelten sich zu Arbeiterwohngebieten. In den 1980er Jahren wurden viele Fabriken geschlossen. 1994 wurden die Stadtteile in das "Integrierte Handlungskonzept" aufgenommen zwecks Bedarf an Erneuerung. Die Wohnanlagen sollten moderniesiert werden und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Es gibt gut erhaltene Wohnhäuser aus der Gründerzeit sowie sanierte Nachkriegsbauten. Humboldt / Gremberg sind mit einer der bevölkerungsstärksten Stadtteile von Köln.

Geographisches

Das heutige trockengelegte Gebiet war einstmals Sumpfgebiet einer Niederterrasse des Rheins. Es gibt stark löss- und lehmhaltigen Boden. Die höchste Erhebung liegt 70 Meter über NN. Humboldt grenzt nördlich an Kalk und Vingst. Nordöstlich ist Ostheim die Grenze. Westhoven bildet die südöstliche Grenze zum Stadtteil. Die A 559 bildet die Grenze im Süden mit Poll und westlich grenzt es mit der B 55 an Deutz.

Geschichtliches

1975 fand eine Gebietsreform statt und die beiden Orte wurden zusammengelegt. Beide Orte haben eine stark unterschiedliche Geschichtsentwicklung, die im Folgenden angeführt wird.

Geschichte von Humboldt

Das Gebiet um Deutz bestand in der Mitte des 19. Jahrhunderts nur aus Wiesen und Feldern. In weiterer Folge wurde auf diesem Gebiet eine Fabrik gebaut, dem heutigen Humboldtpark. Die Fabrik stellte Sprengstoff her. Unweit der Fabrik entstanden die ersten Häuser für die Mitarbeiter. 1870 explodierte die Pulvermühle. Der Name einer Straße, die angrenzte, "An der Pulvermühle", ist alles, was davon übrig blieb. In Kalk gab es die Fabrik "Maschinenbau A.G. Humboldt". Es wurde Wohnraum für die Arbeiter benötigt. Die Firma erwarb Grundstücke. Die Grundstücke waren rechtwinkelig und Eigenheime wurden gebaut. 1875 entstanden entlang der Wattstraße Häuser mit Nutzgärten. Die Fabrik geriet in Finanzschwierigkeiten und Schulden. 1884 wurde sie liquidiert. Das neu entstandene Siedlungsgebiet stellte daraufhin auch die Bautätigkeiten ein. Kalk war ein Industriestandort. Die reiche Arbeiterschaft brauchte am Ende des 19. Jahrhunderts wieder Wohnraum. So wurde die Bebauung wieder fortgeführt. Es entstanden mehrgeschossige Mietshäuser, wie zum Beispiel an der Hachenburger Straße. Die Gemeinde wuchs und eine Notkirche entstand, St. Engelbert. Die Kirche wurde im neugotischen Stil 1898/99 von Eduard Endler gebaut.

Geschichtliches zu Gremberg

Es gibt eine Schenkungsurkunde, in der Heribert von Köln 1003 der Abtei Deutz viele Pfründe überschrieb. Die Kirche Deutz mit den Zehnten der Höfe Deutz, Kalk, Vingst, Poll, Rolshoven und Westhoven gehörten dazu. Weiters der halbe Wald Grevenbruck, heute Gremberger Wäldchen genannt. Eine andere Urkunde besagt, dass am 13. März 1386 auf Antrag von Erzbischof Friedrich von Köln sowie Herzog Wilhelm II von Berg die Grenze von Kurköln und dem Herzogtum Berg beschrieben. Das Gebiet wird als Grevenberge beschrieben. Der Gremberger Hof besteht seit dem Jahre 1663. Der Hof entstand in der Mitte des Wäldchens. Der Hof gehörte der Abtei Deutz, bis zur Säkularisation. Der Gremberger Hof stand auf weiter Flur abgeschieden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Es war der einzige Bau am gesamten Gebiet. Es gab 1828 nur 20 Bewohner dort. Sonst bestand Gremberg nur noch aus Feldern und dem Wald. Zwischen 1877 und 1880 wurde im Auftrag der Administration Preußens, das "Zwischenwerk IXb" gebaut. 1900 kam es zum Kauf des Gremberger Wäldchens durch die Stadt Köln. Das Gebiet hatte 302 Morgen. Der Kaufpreis war 400.000 Mark. So wurde aus dem ehemaligen Staatsforst ein Naherholungsgebiet für die Kölner Bürger. 1911 wurde ein Forsthaus gebaut. 1886 kam es zum Bau der Bahnanlagen der Siegstrecke. Das Gremberger Gebiet bekam so einen Anschluss mit dem Personenbahnhof Kalk-Süd. Gleichzeitig wurde es aber vom Vingster Ort abgetrennt.

1886 kam es ebenfalls zum Bau einer Schule. Die Gemeindeverwaltung beauftragte den Bau, da durch den Bahnanschluss ein Bevölkerungszuwachs erwartet wurde. Die Akkumulatorenfabrik Gottfried Hagen nahm 1890 den Betrieb auf. Doch die Bevölkerungsanzahl verlief nicht so schnell, wie erwartet. Die neu gebaute Schule nahm den Betrieb daher erst 1896 auf. Für die Mitarbeiter der Kalker und Vingster Fabriken wurden zwischen 1900 und 1910 einige zwei- bis viergeschossige Häuserzeilen errichtet. Da es für das Gremberger Gebiet keinen Straßenanschluss gab, war es kein günstiger Wohnort. So kam es, dass 1909 93 Wohnungen dieses neu bebauten Gebietes noch ohne Mieter waren. 1908 wählte die Konsumgenossenschaft Hoffnung das Gebiet zu ihrer Zentrale. Die Genossenschaft bestand aus einem Büro- und Geschäftshaus, einem Zentrallager und einigen Produktionsbauten.

Nach der Eingemeindung plante die Stadtverwaltung eine Straßenbahnlinie. Die Bauarbeiten wurden bereits begonnen. Durch den Ersten Weltkrieg aber eingestellt. Es gab danach auch keine Neuaufnahme mehr. Die Notkirche St. Engelbert lag näher als die Vingster Kirche St. Martin. So wurden die Katholiken von Gremberg 1911 der Pfarrgemeinde in Humboldt zugeordnet. Der Dechant Martin Köllen nahm die Gründund eines Kirchenbauvereins auf. In Gremberg sollte eine eigene Kirche entstehen. Die Löhne der Fabrikarbeiter waren aber nicht hoch. Daher gab es in der Bevölkerung nicht viel Zustimmung. Martin Köllen mietete daraufhin auf eigen Kosten einen Saal an. Die Kosten betrugen 100 Mark im Jahr auf fünf Jahre. Daneben bezahlte er auch 500 Mark aus eigener Tasche für Umbauarbeiten am Gebäude. Andere Pfarrgemeinden spendeten die Inneneinrichtung. Die Notkirche im Saal wurde auf den Namenspatron seines Vaters, Antonius von Padua, am 15. Oktober 1911, benannt. 1914 wurde St. Antonius zur Rektoratsgemeinde der Pfarre St. Engelbert und bekam einen eigenen Pfarrer.

Bevölkerung des Stadtteils

Anfang der 1980er Jahre kam es zu Schließungen der letzten Fabriken in Kalk und im Ort. Dadurch wurde die Einwohnerzahl etwas rückläufig. Laut einer Prognose wird die Zahl bis 2025 weiter rückläufig sein.

Die Einwohnerstruktur

Die 15.219 Einwohnern, Stand Ende 2014, waren 7548 weiblich sowie 7671 männlich. Deren Durchschnittsalter lag bei 40 Jahren. 31 % war der Ausländeranteil (vergleichsweise liegt er bei 17,7 % im Stadtgebiet Köln). 20,4 % der Haushalte waren Bedarfsgemeinschaften nach SGB II. Die Mehrzahl der Bewohner waren katholisch.

Wohnverhältnisse des Stadtteils

In Humboldt / Gremberg gibt es 7663 Wohnungen. 6 % sind öffentlich gefördert. Im Durchschnitt haben die Wohnungen 60,1 m². Auch gab es laut Statistik 180 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 901 Mehrfamilienhäuser.

Infrastruktur und Wirtschaft des Stadtteils

28 % sind im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen. Der Stadtteil ist 2,8 Quadratkilometer groß. 14 % sind Grünfläche, 25 % Forstfläche, 14 % sind Gewerbefläche. 3 % werden als Gemeinbedarfsfläche ausgewiesen, der Rest ist auf Straßen und Eisenbahnanlagen verteilt.

Verkehr im Stadtteil

Der U-Bahnanschluss wurde nie verwirklicht, trotz der 15.000 Einwohner. Es gibt seit den 1990er-Jahren eine Zusteigemöglichkeit zur S-Bahn an der Trimbornstraße. Daneben gibt es zwei Buslinien der KVB mit der Kreuzung an Gremberger Straße / Rolshover Straße. Der Stadtteil hat einen Direktanschluss an die A 559. Die Ausfahrt heißt Kalk / Poll, was für einige Verwirrung sorgt. Im Süden des Wäldchens liegt der Rangierbahnhof Gremberg.

Geschäfte sowie Industrie

Es gibt einige große Supermärkte in Gremberg. In Humboldt gibt es mehrere kleine Geschäfte an der Taunusstraße und in der Nähe der St. Engelbert Kirche. Die Firma Kippes ist der einzige Industriebetrieb. Die Firma Hagen ging Ende der 1980er Jahre in Konkurs. Auf dem ehemaligen Firmengelände steht heute der Technologiepark Hagen-Campus. Hier gibt es Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnik, aus dem medizinisch-technischen Bereich, Designer, Softwareentwickler und Unternehmen aus dem Consulting-Bereich. Hier befindet sich auch das "Rechtsrheinische Technologie- und Gründerzentrum Köln". Existenzgründer sowie junge Technologieunternehmen der Zukunftstechnologie finden hier billige Labor- und Büroräume. Aber auch Beratung und Unterstützung beim Unternehmensaufbau und Gründung.

Schulen und Kindergärten

Es besteht ein Berufskolleg und zwei Grundschulen. Daneben existieren einige Kindergärten, eine Hauptschule wurde per 31. Juli 2011 geschlossen.

Kirchengemeinden

Es besteht eine Gemeinschaftsgemeinde der Pfarreien St. Marien sowie St. Engelbert. Köln-Kalk-Humboldt war die evangelische Gemeinde. Diese wurde Ende 2010 aufgelöst und zur Gemeinde Kalk-Humboldt fusioniert. Gremberg gehört hier auch dazu.

Sehenswürdigkeiten dieses Stadtteils

Besonders zu erwähnen sind:

  • Ein Sammelgrab mit Gedenkstätte für 74 während der NS-Zeit ermordete sowjetische Gefangene im Gremberger Wäldchen
  • Die Pfarrkirche St. Engelbert
  • Der Humboldtpark
  • Eine Backsteinkirche: das Gustav-Adolph-Haus in der Hachenburgerstraße