Fewo Köln stellt Ihnen den Stadtteil Longerich vor

Longerich ist linksrheinisch und gehört zum Stadtbezirk Nippes. Geografisch gesehen...grenzt Longerich östlich an Niehl, südlich an Weidenpesch sowie Bilderstöckchen und westlich an Ossendorf. Südlich grenzt Longerich gleich an drei, nämlich: Lindweiler, Heimersdorf und Seeberg. Die Kölner nennen ihre Stadtviertel in Kölner Dialekt "Veedeln". Longerich hat mehrere dieser "Veedeln". Longerich war einst ein Dorf. Dazu gehören auch die neue und alte Gartenstadt. Auch die Ungarnsiedlung existiert hier und gehört dazu.

Köln Longerich

Geschichte von Longerich

Die Bewohner des Stadtteils nennen Longerich in der Mundart "Lunke". Zu Zeiten des Kölner Karnevals wird demnach "Lunke Alaaf" gerufen. Lunke kommt von Lunrike / Lunreke und ist eine Abkürzung zu -iacum. Natürlich ein Hinweis auf römische Zeiten. In der Römerzeit gab es Straßenverbindungen von Köln nach Neuss. Daher wird angenommen, dass Longerich schon in der Römerzeit besiedelt war. Im Mittelalter wurde nach 900 Longerich erstmals in einer Urkunde erwähnt. Die Kirche wurde 1080 urkundlich erwähnt. Aber es wird wohl schon um 900 eine Kirche existiert haben. Im Jahr 1797 wurde eine Kirche errichtet. Dies war ein Nachfolgebau einer Kirche und dazu integrierte man den Turm der alten Kirche. Diese Kirche wurde 1913 abgerissen. Der Neubau wurde vorher am Nachbargrundstück errichtet. 1794 war Longerich unter französischer Flagge. Ab 1815 war Longerich preußisch. Große Stadtteile vom heutigen Stadtbezirk Nippes gehörten in der französischen Zeit zu Mairie de Longerich. Daraus entwickelte sich die Bürgermeisterei Longerich. Nippes, Mauenheim und Riehl wurden von Longerich 1886 getrennt und abgespalten. Ab 1. April 1888 gehörte Longerich zu Köln. Im Zuge des Neubaus der Kirche am Nachbargrundstück, entstand am alten Kirchplatz ein Kriegerdenkmal. Als Andenken für alle Gefallenen der Kriege des letzten Jahrhunderts. Der Platz wird Kriegerplatz genannt und besitzt eine Parkanlage. Longerich hatte unter schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg zu leiden. Ab 1956 wuchs Longerich stetig. Die Neue Gartenstadt wurde gebaut.

Einige Bürgermeister von Longerich

  1. Von 1812 - 1826 war Engelbert Denhoven Bürgermeister.
  2. Von 1826 - 1833 hieß der Bürgermeister Franz Karl Denhoven.
  3. Von 1837 - 1858 war Theodor Rosell Bürgermeister des Stadtteils

Die Longericher Viertel

Alt-Longerich: Longerich war über einige Jahrhunderte ein Bauerndorf. 1855 wurde die Eisenbahnstrecke Köln-Neuss-Krefeld gebaut und Longerich bekam einen eigenen Bahnhof. 1934 wurde der Bahnhof am Ortsrand neu gebaut. Noch heute halten die Züge der S-Bahn-Linie S 11 dort an. 1832 bekam Longerich eine Grundschule. Im historischen Ortskern von Longerich ist die katholische Pfarrkirche St. Dionysius beheimatet. Sie wurde 1899 neu erbaut. Der Stil der Kirche ist neugotisch. Ihr Architekt war Vincenz Statz.

Die Alte Gartenstadt: Die Alte Gartenstadt-Nord hatte ihr Gründungsjahr 1936. Es entstanden Einfamilienhäuser in massiver Bauweise. Die Gärten waren sehr groß. Denn die Selbstversorgung mit Gemüse, Obst sowie Hühnern war damals gang und gäbe. Brandbomben beschädigten manche Häuser im Zweiten Weltkrieg. Damals hielten Nachbarn eisern zusammen. So konnten die schlimmsten Schäden schnell behoben werden. Hier wurde die Pfarrkirche Christ König gebaut. Der Architekt hieß Fritz Schaller.

Die Ungarnsiedlung: Als es 1956 zum Ungarnaufstand kam, folgte eine riesige Flüchtlingswelle. Einige Flüchtlinge fanden in Longerich eine neue Heimat. Die Siedlung entstand aus mehreren Reihenhausreihen. Sie befindet sich zwischen Johannes-Rings-Straße und Militärring in der Meerfeldstraße.



Die Neue Gartenstadt: 1956 zum Katholikentag in Köln legte man den Grundstein zur "Katholikentagssiedlung". Katholische Familien mit vielen Kindern sollten hier angesiedelt werden. Das Gebiet wurde zuvor hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Der Regierungspräsident von Köln, Dr. Wilhelm Warsch machte den ersten Spatenstich. Der Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings weihte die Siedlung am 12. September 1959 feierlich ein. Es ist zu erwähnen, dass diese Siedlung einst zur kinderreichsten ganz Europas zählte. 1961 wurden die katholische Pfarrkirche St. Bernhard sowie die evangelische Immanuelkirche errichtet. 2008 gab es eine Wiedereröffnung der Kirche St. Bernhard. Das Dach der Kirche war baufällig und musste wegen Sanierungsarbeiten für ganze zwei Jahre geschlossen bleiben. Die katholischen Kirchen in Longerich stehen seit 1. Januar 2010 unter einem gemeinsamen Patronat: der Alt-Gemeinde St. Dionysius.

Die Infrastruktur von Longerich

Das Kloster der Cellitinnen wurde 1943 total zerstört. Daher musste ein neues Mutterhaus für den Orden erbaut werden. Dieses wurde 1959 errichtet. Die Schwestern wollten am alten Gelände ein Seniorenheim errichten. Dazu kam es aber nicht. Dafür wurde das Heilig-Geist-Krankenhaus gebaut. 330 Patienten fanden dort Platz. 2007 wurde das Krankenhaus modernisiert. Die Front des Hauses trägt das Ordenszeichen "C". Vier Kirchen gehören zu Longerich. Drei römisch-katholische und eine evangelische. Auch zwei Kapellen befinden sich hier. Eine davon ist die Lutherkapelle. Kurios ist, dass sie aus einem alten Stall entstand. Die äthiopisch-orthodoxe Gemeinde hält heute ihre Gottesdienste dort ab. Die Hauptgeschäftsstraßen sind die Longericher Hauptstraße und die Grethenstraße. Hier sind viele Geschäfte angesiedelt. Die Lüttich-Kaserne befindet sich im Norden von Longerich. Die Stammdienststelle der Bundeswehr wurde hier 2006 angesiedelt.

Sportliche Aktivitäten

Handball ist sehr populär in Longerich. Der Verein Longericher Sport Club spielt in der 3. Handball Bundesliga. Seit 1952 findet in Longerich am Pfingstmontag das Radrennen "Cologne Classic" statt. Das Rennen zieht zahlreiche Schaulustige an. Wilfried Peffgen ist dreifacher Weltmeister.

Gegenwart

Longerich ist ein sehr grüner Stadtteil. Es befinden sich hauptsächlich Einfamilienhaussiedlungen hier. Der alte Ortskern ist sehr traditionell. Viele Vereine und Kirchengemeinden existieren hier. Es gibt zwei Karnevalsvereine. Es gibt jedes Jahr einen großen Stadtteilumzug. Auch einen Schützenverein mit einem alljährlichen Schützenfest gibt es. Das Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr findet jedes Jahr statt. Ein Bürgerverein setzt sich für die Longericher Bürger ein. Die Chöre sind stark vertreten hier. Ein Kinderchor, ein Jugendchor, vier Kirchenchöre, ein Männerchor, ein Kammerchor (der sehr viel Beachtung findet), ein Blasorchester, Rock- und Pop-Bands und zwei Musikschulen sind in Longerich beheimatet. Es findet ein reges Konzertprogramm statt.

Vielleicht wollen Sie auch ein Konzert in Longerich bei Ihrem Aufenthalt hier besuchen? Ein etwas ausgefallener Verein im Square-Dance befindet sich auch in Longerich. Longerich ist also ein musikalischer Stadtteil!