Ferienwohnung Köln stellt vor: Westhoven

Der Stadtteil Westhoven hat eine Fläche von 4,218 km² und in etwa 5254 Einwohner. Die Eingemeindung von Westhoven erfolgte am 1. Januar 1975.

Köln Westhoven

Die Lage von Westhoven

Nördlich grenzt Westhoven an Humboldt/Gremberg, nordöstlich an Gemrberhoven, östlich bildet Ensen die Grenze und südlich ist der Rhein die Grenze. Die Bundesautobahn 4 und Poll bilden die Grenze nordwestlich. Im Süden liegt dann der Stadtteil Rodenkirchen.

Geschichtliches

Bereits aus der Jüngeren Steinzeit stammen Funde von menschlicher Existenz. Etwa im 3. Jahrtausend v. Chr. war hier die Rössener Kultur beheimatet. Eine kleine Schale in einer Ziegeleigrube bezeugte dies. Breite Einstiche auf der Schale in waagrechten Reihen sind ein Merkmal dieser Zeit. Auch die Mechelsberger Kultur lässt sich belegen. Es wurden Keramikstücke im Stadtteil gefunden. Die Latenezeit (190 v. Chr. bis zu Christi Geburt) lässt sich auch durch Funde nachweisen. 1938 wurden Spuren dieser hier untersucht. Es gab drei Fundstellen auf einem Gebiet von 1100 m². Die Funde wurden im Auelehm gefunden. Steinpackungen, Scherben und Pfostenlöcher waren hier einige Fundstücke. Eine römische Siedlung muss auf dem Gebiet bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. existiert haben. Auch die Karolingerzeit lässt sich hier nachweisen. Die Scherben einer Reliefbandurne wurden hier gefunden. In einer Urkunde wird Westhofen zum ersten Mal 922 angeführt. Kurios dabei ist, dass die Urkunde gefälscht war. Es handelte sich um eine Urkunde für das Kloster der Heiligen Jungfrauen. Heute ist dies das St. Ursula. Das Gut Westhoven gab den Zehnten an die Abtei Deutz durch Erzbischof Heribert von Köln ab. Der Erzbischof Hermann II. sprach 1041 den Hof der Abtei zu. 1100 wurde die Nikolaus-Kapelle erbaut. Westhoven war im Mittelalter Teil des Herzogtums Berg. 1784 gab es Hochwasser und der Ort wurde überflutet. Im Zuge der französischen Revolutionskriege wurde Westhoven dem Erdboden gleichgemacht. Nur die Nikolauskapelle kam heil davon. Die damals 180 Einwohner flohen. 1806 wurde das Großherzogtum Berg gegründet. Westhoven kam zum Departement Rhein.

1815 gehörte der Stadtteil zum Königreich Preußen. Ab 1929 zu Porz und ab 1932 zum Kreis Rheinisch-Bergisch. 1920 gab es abermals großes Hochwasser und eine Deichanlage wurde geplant. Bis zum Jahr 1926 kam es allerdings nur zum Schutz der bewohnten Fläche. Eine Hochwasserschutzmauer wurde errichtet. Die "Mudra-Kaserne" wurde 1936 erbaut. 1944 wurde sie enorm beschädigt. Bis 1949 war die Kaserne Notunterkunft für Flüchtlinge und ausgebombte Opfer. Belgische Truppen zogen in den Jahren 1951 bis 1965 dort ein. 1974 übernahme sie dann die Bundeswehr. In den Jahren 1973 und 1975 wurde ein großer Wohnpark erbaut. Der Gerling-Konzern baute den Wohnpark mit 16 Stockwerken. 573 Wohnungen sind hier untergebracht. Die Kaserne "Adjt. Brasseur" war bis 1995 vom belgischen Militär belegt. Von 2011 an wurde das Gebiet in eine Wasserschutzzone umgestaltet.

Baudenkmäler in Westhoven

Die Nikolaus-Kapelle wurde 1128 von der Benediktinerabtei St. Heribert eingeweiht. Die Kapelle ist Nikolaus von Myra geweiht, Schutzpatron der Schiffer. 1128 wurde sie mit dem Begräbnisrecht versehen. Dies war eine Erleichterung für die Bewohner des Hofes Westhoven. Die Kirche in Deutz war sehr weit weg. Der Friedhof wurde bis 1929 benutzt. Die Kapelle hat einen kleinen, romanischen Saalbau. Dieser wurde von 1959 bis 1964 restauriert. 1880 wurde der Gutshof Engelshof erbaut. Heute ist dort das Bürgerzentrum untergebracht und seit 1920 im Besitz der Stadt Köln. Die Bewirtschaftung endete 1971. 1976 wurde der Hof renoviert. Im Bürgerzentrum finden Konzerte und sonstige Veranstaltungen statt. Das Zwischenwerk IXa. liegt in der "Westhovener Aue". Das Fort IX gehört auch dazu.

Gewerbe

Im Ersten Weltkrieg wurden in Westhoven die Mannesmann-Mulag-Werke angesiedelt. Dort wurden Autos konstruiert. Auch den "Poller Riesen" stellte man dort her. Es handelt sich dabei um ein unvollendetes Transozeanflugzeug. Die Firma Massey-Harris übernahm im Jahr 1927 die Werkhallen. 600 Mitarbeiter produzierten hier ab 1929 Landmaschinen. Das Werk wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Nach dem Krieg wurde die Produktion mit 150 Mitarbeitern wieder aufgenommen. Die Auslieferung erfolgte weltweit. Selbstfahrende Mähdrescher wurden in Deutschland ausgeliefert. Der Stollwerck Betrieb siedelte sich ebenfalls in Westhoven an. 1993 wurde die Straße, in der die Firma steht, in Stollwerckstraße umbenannt. Citroen Deutschland hatte seinen Sitz bis 2013 in der Andre-Citroen-Straße. Danach erfolgte ein Umbau. Wohnraum, Sozialeinrichtungen und Studentenwohnheime wurden errichtet. Die Dom-Brauerei befindet sich in der Charlottenstraße.

Einrichtungen

Das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr befindet sich seit 2013 in der Mudra-Kaserne. 2009 kam eine Klinik für den Maßregelvollzug in Betrieb. Der Neubau brachte Unruhe in die Bevölkerung. Es wurden 35.000 Unterschriften gegen die Klinik gesammelt. Die Initiative und die Bürgervereinigung Ensen-Westhoven wurde daraufhin in den Planungsbeirat sowie in den Klinikbeirat berufen. Es gibt eine kritische Mitwirkung. Eine von den Bürgern geforderte Verlegung des Standortes scheiterte. Das Wasserwerk Westhoven, welches im Jugendstil erbaut wurde und denkmalgeschützt ist, fördert Trinkwasser. Das Wasser bekommt 10 % Uferfiltrat aus dem Rhein dazu gesetzt. Die Rhein Energie ist der heutige Betreiber.

Westhovener Aue

Die Westhovener Aue hat eine Fläche von ca. 70 ha. Es ist seit 2005 als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Das Gelände wurde nach dem Krieg als Truppenübungsplatz benutzt. Die Wege dürfen nicht betreten werden. Es könnten sich noch Kampfmittelreste auf dem Kasernengebiet befinden. 2000 Gehölze wurden am Gelände gepflanzt. Auch Wiesen wurden angelegt. Das Gebiet ist erst seit ein paar Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich.