Fewo Köln stellt vor: Zündorf

Zündorf als Stadtteil von Köln gehört zum Stadtbezirk Porz. Zündorf liegt rechtsrheinisch südlich von Köln. Es hat eine Fläche von 8,12 km² und circa 12.288 Einwohner.

Koeln Zündorf

Lage von Zündorf

Zündorf liegt gleich am Rheinfluß. Es grenzt im Osten an Elsdorf sowie Wahn, südöstlich an Libur, südlich an Niederkassel-Ranzel und südwestlich an Langel. Der Rhein bildet die westliche Grenze. Gegenüber der Rheinseite im Westen gibt es die Stadtteile Weiß und Sürth. Früher bestand Zündorf aus Niederzündorf und Oberzündorf. 1259 mit dem Kölner Stapelrecht kam es zum Florieren von Niederzündorf. Am Hafen existierte ein Marktplatz, wo sich viele Handelshäuser ansiedelten. 1972 kam es zur Neugestaltung des Marktplatzes. Zum Rhein hin wurde er erhöht. Außerdem bekam er Fundamente für eine mobile Hochwasserschutzwand. 2006 wurde eine abermalige Erhöhung von 30 bis 90 Zentimetern vorgenommen. Die Häuser sind hier bis zu einem Pegel von 10,70 Meter geschützt.

Die Groov

Groov ist ein Erholungsgebiet. Ehemals war es ein Rheinarm, der von einer Insel getrennt lag. Diese Insel wurde Mittelwerth oder auch Groov genannt. Da eine Versandung drohte, wurde 1849 die Insel durch Dammbau mit dem Ufer verbunden. In weiterer Folge kam es zu einer Inselverbreiterung. Schiffe konnten den unteren Rheinarm noch bis ca. 1950 mit einem niedrigen Tiefgang befahren. Auch heute noch hat dieser Rheinarm eine Teilung mit zwei Seen. Die Seen sind mit Kanalrohren miteinander verbunden. Da es keine Frischwasserzufuhr mehr gab, drohten die Seen zu kippen. Daher wird jeden Sommer Sauerstoff in den unteren See geleitet. Der obere See wiederum bekommt regelmäßig frisches Brunnenwasser. Es gibt Ruder- und Tretboote auf dem See. Ein Yachthafen entstand im Norden der Groov. Hier gibt es auch Wassersportclubs. KrokoLino ist eine Fähre, die von Zündorf aus über den Rhein zum Stadtteil Weiß verkehrt. Viele Erholungssuchende sind im Sommer hier zu finden. Es gibt eine reiche Außengastronomie an der Groov.

Geschichtliches

Es gibt Funde, die eine römische Anwesenheit bestätigen. Die alte Kirche St. Martinus besitzt ein Schrankenfragment aus der Karolingerzeit sowie Grabsteine aus dem 10. bis 12. Jahrhundert. 1008 kam es zur Übertragung des Erzbischofs Heribert von Köln von Besitztümern aus Zündorf an die Abtei Deutz. Es ist anzunehmen, dass es um die Zeit von 1155 schon zwei Kirchen gab. Da es eine Erwähnung aus der Zeit von zwei Pastoren gibt. Daher wird es auch eine dementsprechende Ansiedlung gegeben haben. 1806 war Zündorf Teil des Herzogtums Berg. 1795 kam es zur Besetzung von französischen Truppen. Zündorf gehörte daraufhin zur Mairie Wahn. 1815 fiel Zündorf an das Königreich Preußen, was die Verwaltung betrifft. 1875 kam es zur Amtssitzverlegung von Heumar nach Porz. Ein Rathaus für die Bürgermeisterei Heumar wurde 1910 gebaut. 1928 fand die Umbenennung in Amt Porz statt. 1929 dann wurde der Stadtteil Teil der Verwaltung des Amtes Wahn. Die Stadtrechte wurden der Gemeinde Porz 1951 verliehen. Die Eingemeindung fand 1975 statt. Als es 1259 zur Verleihung des Stapelrechts der Stadt Köln kam, wollten die Kaufleute dies umgehen. Zündorf wurde ein Handelsumschlagsplatz. In Zündorf lud man die Waren auf Wagen um. Der weitere Transport erfolgte am Landweg. Wurde einem Kaufmann nachgewiesen, dass er das Stapelrecht umgeht, war dies mit Enteignung seiner Waren verbunden. Zündorf wurde als Verladestation zu einem wohlhabendem Gebiet. Köln sowie der Herzog von Berg waren auf Zölle angewiesen. Der Zollturm erinnert noch daran.

Der Wehrturm in Zündorf diente früher auch als Wohnturm. Er stammt wohl aus dem 13. Jahrhundert. Es gab einen Brand, der Wehrturm wurde aber 1864 wieder renoviert und diente als Lagerraum. 1975 - 1980 wurde der Turm umbebaut. Heute nutzt ihn der Heimatverein. Es gibt dort auch eine Ausstellung. Zündorf ist reich an historischen Bauten. Die Kirche St. Martin liegt in Oberzündorf. Der Börschhof stammt aus 1780/81. Niederzündorf besitzt Fachwerkhäuser und alte Handelshäuser. Auch eine Synagoge gibt es. Diese wird heute als Wohnhaus genutzt. Besonders schön sind auch die Kirchen St. Mariae Geburt und St. Michael sowie die Klosterkapelle und der Turmhof. Dieser stammt aus dem 14. Jahrhundert. An diesem Turm gibt es einen Anbau. Es ist ein historisches Gebäude und wurde im vorigen Jahrhundert lange als Restaurant benutzt. Heute ist es ein Wohnhaus. 1771 wurde ein Herrenhaus gebaut. Die beiden oben genannten Kirchen wurden im romanischen Stil erbaut.

Eingemeindung Zündorfs

Köln wollte seit 1923 Porz mit dem Vorort Zündorf eingemeinden. Am 1. Januar 1975 kam es dazu. Dies wollte man rückgängig machen. Unter anderem der Kettwiger Kreis, es blieb aber bestehen.

Jüdische Gemeinde

Zündorf hatte eine jüdische Gemeinde und es gab auch eine Synagoge. In der Marktstraße 7 hatte die Familie Salomon eine Metzgerei, die sehr beliebt war. Unter Hitler wurden die Juden vertrieben. Zum Teil auch ermordet. Der jüdische Friedhof in Zündorf erinnert noch an diese Zeit. Er liegt am Gartenweg. Beerdigungen gab es dort zwischen 1930 und 1940.

Fähren und Schifffahrt

Zündorf lag am Rhein. Somit kann als sicher angenommen werden, dass jahrhundertelang der Rhein mit Booten überquert wurde. Der Transport von Vieh war allerdings bis ins 17. Jahrhundert verboten. Auch zollpflichtige Güter und Fahrzeuge wurden nicht übergesetzt. Im Jahr 1317 gibt es eine urkundliche Erwähnung mit einer "Fährverbindung von Zündorft nach Weiß". Johannem Gilles war der erste Fährmann, der urkundlich wohl belegt ist. Ein Schraubendampfer war 1869 die erste Verbindung nach Köln. Der Zündorfer Matthias Weber schuf sie. Die Firma "Weberschiff" gibt es heute noch! Heiko Dietrich bekam 1987 eine Genehmigung für die Fährverbindung Zündorf - Weiß. Das Schiff "Frika" nahm im September den Fährbetrieb auf. Auch "Krokodil" und "Krokolino" folgten. Ab 2010 fährt er täglich. Eine Pause wird allerdings im Winter eingelegt.

Grundschulen Zündorfs

Folgende schulische Einrichtungen sind vorhanden:

  • Irisweg ist eine offene Ganztagsschule
  • Schmittgasse
  • an der Heerstraße befindet sich ein Schulzzentrum: Wilhelm-Busch-Realschule und die Johann-Amos-Comenius-Hauptschule sowie das
  • Lessing-Gymnasium

Vereine in Zündorf

Es gibt wirklich sehr viele Vereine in Zündorf...

  • Der Turnverein TV Rheingold Zündorf ist der größte im Stadtteil. Er fasst 1000 Mitglieder. Es gibt Breitensport. Volleyball und Basketball wird angeboten.
  • Der Fußballverein FC Germania Zündorf: Jupp Röhrig ist bekanntester Spieler hier.
  • Der Minigolfclub 1.Porzer MGC Grün-Weiß 1969 e.V. sendet seine Teilnehmer zu Deutschen Meisterschaften.
  • Club für Wassersport mit Yachthafen und Gaststätte.
  • Der Kanuverein Zugvogel hat ca. 200 Mitglieder. Im Bereich Wildwasser schafften es einige Jugendliche bis zum Europameister. Ein Schwerpunkt bildet der Schulsport. Dieser wird kostenlos von verschiedenen Kölner Schulen unter der Woche oder an Wochenenden angeboten.
  • Die Pfarrjugend-Gemeinschaft-Zündorf e. V.: Wöchentliche Gruppenstunden für Kinder und Jugendliche finden hier statt. Ein jährliches Zeltlager gibt es auch.
  • Der Kulturverein Zündorfer Klosterkapelle: Der Verein sorgt für den Erhalt der neugotischen Kapelle. Kleinkunst wird in der Kapelle aufgeführt.
  • Der Karnevalsverein KG Fidele Grön-Wieße Rezag Porzer Ehrengarde e.V und 1. Garde Korps Köln / KG Blau-Weiß-Zündorf von 1928.
  • Spirit of Change ist der Gospelchor in Zündorf. Ihr Leiter ist Michael Hesseler. Der Chor wurde 1998 gegründet und besteht aus 80 Mitgliedern. Auch eine eigene Band hat der Chor. Der Chor tritt im Raum Köln-Bonn auf.
  • Cäcilia Zündorf ist eine Chorgemeinschaft. Sie besteht aus ca. 80 Sängern und Sängerinnen. Es ist ein gemischter Chor. Es gibt regelmäßige Konzerte. Der Chorleiter ist Christian Letschert-Larsson.
  • Die Groov-Paten sorgen für die Sauberkeit und den Umweltschutz. Die Naturschützer wollten alte Pappeln an der Groov erhalten. Die Stadt Köln plante ihre Fällung. Heute geht es um Probleme rund um die Groov.

Veranstaltungen, die stattfinden

Zu Christi Himmelfahrt gibt es das Porzer Inselfest. Dieses dauert vier Tage und wird von der CDU veranstaltet. Es gibt einen historischen Handwerkermarkt und einen Kinderflohmarkt. Da man auch junge Erwachsene erreichen möchte, gibt es seit 2006 eine Strandbar. Am Sonntag findet ein Höhenfeuerwerk statt.

Der Ortsverein der SPD veranstaltet den "Ädäppelsdag" (Kölsch für Kartoffeltag). Lokale Handwerksbetriebe stellen sich vor. Höhepunkt des Festes ist ein Wettbewerb zur dicksten Kartoffel.

Wirtschaft Zündorfs

Heute gibt es in Zündorf keine bedeutsamen Firmen mehr. Einige Bauernhöfe gibt es jedoch noch. Diese werden auch noch bewirtschaftet. Ab 1831 wanderten Firmen ab, da das Kölner Stapelrecht abgeschafft wurde.

Bedeutung hatten damals Handelshäuser wie:

  • Judenduck
  • Boullé
  • Huth
  • Pelletier
  • Brauereien
  • Adelenhütte
  • Fischerei
  • Fähr- und Schifffahrtsbetriebe

Damals gab es auch kleinere Betriebe mit Handwerkstradition: Glasmacher, Seifensiederei, Tuchhändler, Weinhandel, Fassbinder, Wollspinnerei etc.