Der Neumarkt

Es ist der größte von den 30 Kölner Plätzen und dieser liegt mitten in der Altstadt Süd. Der Kölner Neumarkt! Er ist 27.216 Quadratmeter groß und verfügt über eine Nutzfläche von genau 8.600 Quadratmetern. Neumarkt heißt auf Kölsch übrigens "Nümmat".

Zur Geschichte

Der Erzbischof Hildolf legte im Jahre 10 76 den Neumarkt fest als Platz in "novo mercato". Dokumentiert wurde dies in einer Urkunde. So wollte man den Alter Markt in Köln entlasten. Der Erzbischof Hildolf schenkte dem Domkloster am Neumarkt sogar 5 Hofstätten. Diese Gegend war zu damaliger Zeit sicherlich noch unbesiedelt. Das Gebiet war an der westlichen Stadtmauer in Köln gelegen. Die Festlegung als neues Marktzentrum war gleichzeitig auch ein neuer Weg für die Stadt Bauplanung. Bisher waren alle Märkte und deren Aktivitäten auf zwei Märkte konzentriert. Dies war zum einen der Heumarkt und dann auch eben der Alter Markt. Zu der damaligen Zeit wurde der Neumarkt überwiegend als Verkaufsstätte für das Vieh genutzt. Weiterhin fanden dort auch einige Feste statt. Ab dem Jahre 1178 wurde der Neumarkt damals "novo Foro" oder auch "novo mercato" genannt. Im Jahre 1195 gab es dort sogar eine Brauerei, welche für das Stift St. Aposteln tätig war.

Römer am Neumarkt

Bei Bauarbeiten welche durch eine Erweiterung der Kreissparkasse Köln notwendig wurden, fand man auf den Grundstücken der Getrudenstraße 14 bis 16 zum Ende der 70er Jahre sogar noch Überreste von einem römischen Wohnhaus! Unter anderem fand man auch wunderschöne Wandmalereien. Es wird vermutet dass es sich bei dem Haus um ein Peristylhaus handelte. Einige dieser Fundstücke sind heute im Römisch-Germanischen Museum und können dort bewundert werden. Im Jahre 1881 fand man am Neumarkt auch den sogenannten "Athena Kopf". Dieser wird in die Zeit nach Christus geschätzt.

Weitere Nutzung des Neumarkts

Im Jahre 11 97 organisierte der Graf Florenz von Hennegau auf dem Neumarkt Turniere. Wie bereits weiter oben erwähnt wurden auf diesem großen Marktplatz aber vordergründig Tiere verkauft. Es handelte sich dabei um Hühner oder Pferde oder sonstiges Vieh. Im Jahre 1374 installierte man deshalb unter anderem auch eine Tränke auf dem Marktplatz. Da auf dem Marktplatz auch Pferde verkauft worden sind, gab es auch ein Pferdegatter. Weiterhin fanden sich da dort auch eine Wasserpumpe und im Jahre 1392 sogar eine Windmühle. Diese war ungefähr 18 Meter hoch und hatte einen Durchmesser von bis zu 12 Metern. In Köln gab es mehrere Windmühlen welche auf dem Land standen neben der Mühle auf dem Neumarkt gab es auch Windmühlen an dem Gereonstor oderzum Beispiel an der Ulrepforte. Diese Windmühlen kamen natürlich besonders zum Einsatz, wenn die am Rhein gelegenen Mühlen außer Betrieb waren. Finstere Zeiten erlebte man auf dem Marktplatz jedoch auch, da er auch als Hinrichtungsstätte genutzt worden ist. So wurde mitten in der Kölner Innenstadt im Jahre 1382 ein Mann enthauptet. Es war der Schöffe Gerhard von Benasis, welcher von einem Henker enthauptet worden ist. Ebenfalls wurde Heinrich von Stave im Jahre 1396 auf dem Neumarkt getötet.

Viele Gebäude

Als erstes nennenswertes Gebäude wurde im Jahre 965 ein sogenannter Vorgängerbau der sich heute dort immer noch befindlichen Kirche St. Aposteln gebaut. Weitere Gebäude wurden im Jahre 1200 gebaut. Unter der Adresse Neumarkt Nummer 2 / Ecke Schildergasse, fand sich in dem gleichen Jahre auch der sogenannte Schwerthof. Einige der damaligen Bewohner gaben sich sogar einen Namen nach ihrem Wohnort. So gab es zum Beispiel auch einen "Hermann vom Neumarkt" oder eine "Babette vom Neumarkt". Ein sehr reicher Kölner Kaufmann mit dem Namen "Diebold vom Neumarkt" ist sogar in einem Kölner Straßennamen verewigt. Denn dort findet sich die sogenannte "Thieboldsgasse". Weitere bekannte Namen oder bekannte Häuser sind zum Beispiel das "Haus Scharfenstein" oder die Patrizier Familie Pfeil.

Die Richmodis Saga

Weitere Häusernamen oder Familiennamen wollen wir Ihnen ersparen, einzig erlauben wir uns den Hinweis dass am Neumarkt sogar ein Hospital St. Agnes vorgefunden worden ist. Unter den Adressen Neumarkt Nummer 2 oder Nummer 4 sich Familiengeschichten die wir oben bereits kurz erwähnt haben. Eine Geschichte um den Neumarkt Nummer 6 möchten wir jedoch hier kurz erwähnen, da Sie die Geschichte auch heute "noch sehen können", da es dort noch den sogenannten "Richmodis Turm" gibt. Die Eheleute von Aducht und Richmodis gehören zu der bekannten Kölner Sage, nämlich der Richmodis Sage.

In dieser Sage ging es um die Frau Richmodis, welche wohl von dem "Schwarzen Tod", also der sogenannten Pest heimgesucht worden ist. Besonders schnell wurde diese dann auf dem Kirchhof von St. Aposteln beigesetzt. Und jetzt kommt der unglaubliche Teil der Geschichte! Denn angeblich haben Grabräuber versucht den Schmuck von Frau Richmodis, welcher als Grabbeigabe der Toten mitgegeben worden ist, zu stehlen. Aber als sie die Tote freigesetzt haben, stellte sich heraus dass, Frau Richmodis angeblich nicht tot war und wieder aufgestanden ist! So gleich marschierte diese zu Ihrem Ehegatten und klopfte an der Türe. Doch der Ehemann öffnete die Türe nicht und rief einfach nur durch die Türe: "Das ist soviel wahr dass du mein Eheweib bist, als auch meine Rosse aus dem Stall hinauf auf den Söller rennen."

Dieser bekannte Ausspruch wurde jedoch plötzlich zur Wahrheit und deshalb lies der erschrockene Ehemann als Erinnerung an dieses Ereignis, tatsächlich zwei Pferdeköpfe auf dem obersten Stockwerk des eigenen Hauses anbringen. Diese zwei Pferdeköpfe können Sie heute immer noch bewundern.

Weitere Adressen

Unter der Adresse Neumarkt 8 bis 10 fand sich ein Hof mit dem Namen "zume Heydenriche". Dieser Hof wurde durch einen Zukauf des Nachbargrundstückes immer weiter erweitert und durch prachtvolle Sääle und sogar eine eigene Hauskapelle erweitert. Diese Hof diente in seiner Funktion dann sogar einmal als kaiserliche Unterkunft und bekam deshalb auch den Namen "Palatium". Es war ein prachtvoller Bau, dieser große Palast welcher sich tatsächlich auch direkt am Neumarkt befand. Hier übernachteten sogar Kaiser wie Karl V. und dessen Bruder Ferdinand I.

Die römische Stadtmauer

Im zehnten Jahrhundert wurde bereits der "St. Aposteln Immunität" gegründet. Im 13. Jahrhundert wurde dann auf dem erzbischöflichen Hofgut das Dominikanerinnen Kloster St. Gertrud errichtet. In den weiteren Jahren wurde diese Kapelle durch eine kleine Kirche ersetzt. Daneben wurde dann im Jahre 1308 sogar ein Hospital eröffnet. Die Kirche St. Gertrud stand lange bis in das Jahr 1802 auf diesem Fleck. Heute findet sich dort das große der Kreissparkasse Köln. Das Gebäude St. Aposteln wurde immer weiterentwickelt und befindet sich auch heute noch am Neumarkt in Form von einer wunderschönen Basilika.

Die zahlreichen Namensänderungen

Der Neumarkt wurde sehr oft umbenannt. Gerade im Mittelalter wechselte sich ständig der Name:

  • uff dem numarkt
  • an dem nuwen marte
  • numarkt
  • nuymarkt
  • nui marckt

Spätmittelalter und Neuzeit

Die Verteidigung der Stadt Köln war wichtig, da sie viele anlockte. Aus diesem Grunde wurden die Gaffeln im Jahre 1396 der Verteidigung der Domstadt beauftragt. Als Waffen wurden damals die Armbrust oder Pfeil und Bogen genutzt. Damit die Gaffeln auch gut mit Pfeil und Bogen umgehen konnten wurden auf dem Neumarkt immer wieder Schützen-Wettbewerbe veranstaltet. Schießübungen waren besonders wichtig und aus diesem Grunde wurden in 15 Jahrhundert sogar Grundstücke aufgekauft und auf dem Neumarkt ein sogenannter Schützenhof errichtet. Beteiligung und Wachdienst waren wichtig und deshalb wurden auch die Bürger dazu verpflichtet.

Neumarkt
Der Neumarkt ist auch heute noch ein zentraler Punkt

Gründerzeit von Köln

Im Jahre 1740 es zu einer Erneuerung des bekannten Platzes mitten in der Stadt. Der Rat wollte den verödeten Neumarkt in einem neuen Licht erscheinen lassen und stimmte ihn zur Nutzung als militärischen Paradeplatz. Der Bürgermeister Johann Balthasar Joseph von Mühlheim wollte sogar die Viehmärkte auf den bekannten Heumarkt verlegen. Im Jahre 1750 gab es sogar wieder Pläne für eine Wachstube welche sich genau auf dem Neumarkt befinden sollte. Als Weiterentwicklung kam es dann sogar zu der Aktivierung des Neumarkts als Platz für das Theater. Im Mai 1768 fand auf dem Neumarkt tatsächlich das erste Theaterstück in einem gebauten Holzhaus statt. Die "Deutsche Schaubühne" war Veranstalter und es kam zu vielen interessante Theateraufführungen.

Die Franzosen kommen

Im Jahre 1794 wurde die Stadt Köln von den Franzosen besetzt. In diesem Zusammenhang wurde der Neumarkt wieder einmal umbenannt und hieß nun "Place de la Republique". Auf dem Platz wurde sogar ein Freiheitsbaum platziert. In den weiteren Jahren kam es zu einigem Hin und Her was wir hier nicht weiter erläutern wollen. Ein wichtiger Hinweis jedoch, das Köln tatsächlich eine militärisch wichtige Stadt geworden ist. Durch ihre Festungsstruktur konnten im Ernstfall dort sogar bis zu 500.000 Soldaten platziert werden.

Der Kölner Karneval

Der bekannte Kölner Rosenmontagszug wurde im Jahre 1823 organisiert und durch die "Helden Carneval" durchgeführt. Die Wagen fuhren immer um den Neumarkt herum. Eine bekannte Kölner Persönlichkeit, nämlich Willi Ostermann wohnte am Neumarkt. Als er im Jahre 1936 gestorben ist, führte der Beerdigungs Zug natürlich vom Neumarkt beginnend in Richtung Aachener Straße bis dann eben hin zum Melatenfriedhof.

Die Preußenzeit in Köln

Der Neumarkt war sogar Austragungsort für die Kölner Börse. Weiterhin ist der Neumarkt auch Sammelpunkt von Kunst und Kultur geworden. Denn dort findet sich auch das sogenannte "Haus Fastenrath". Der Kunstsammler Johannes Fastenrath von Schreitterer und Below Gemälde. Nachdem dieser eben im Jahre 1908 gestorben ist man sein Haus im Jahre 1917 kaufen. Die Firma Lempertz tat dies im Jahre 1918 und dies war dann auch der Startschuss für das bekannte Kunsthaus Lempertz.

Die Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Köln in Schutt und Asche. Alle Straßen welche zum Neumarkt führten, waren zerstört und der Neumarkt wirkte wie ein Trümmerhaufen. Danach erfolgte der Wiederaufbau und viele bekannte Gebäude wurden errichtet. So wurde zum Beispiel auch im Jahre 1956 das Schnütgen-Museum in St. Cäcilien wieder neu eröffnet. Gartenbaudirektor Kurt Schönbohm nutzte die Gelegenheit und ließ einen großen Springbrunnen auf dem Neumarkt errichten. Leider wurde er in den 90er Jahren stillgelegt. Die bereits oben erwähnten Pferdeköpfe aus der Richmodis Saga waren durch den Krieg zerstört. Im Jahre 1958 hat der Bildhauer Wilhelm Müller Maus die Pferdeköpfe wieder liebevoll nachgebildet. Im Februar 1966 wurde die Schildergasse komplett in eine Fußgängerzone umgewandelt. Und dann im Jahre 1970 gab es den ersten Weihnachtsmarkt in Köln nach dem Krieg.

Kultur und Kunst auf dem Neumarkt

Rund um den Neumarkt haben sich viele Museen, Bildungseinrichtungen oder Galerien angesiedelt. Diese wollen wir kurz vorstellen. Unter anderem befindet sich am Neumarkt auch das Käthe-Kollwitz-Museum. Organisiert und wird dieses von der Kreissparkasse Köln. Zu sehen gibt es dort Skulpturen oder auch Handzeichnungen. Der Eingang befindet sich in der Neumarkt Passage. Weiterhin findet sich dort auch das Lew Kopelew Forum. Es ist als Treffpunkt der Völkerverständigung zu sehen und wird durch die Beteiligung des WDRs und der Kreissparkasse Köln organisiert.




Ganz in der Nähe des Neumarkt findet sich auch das sogenannte "Belgische Haus". Verantwortliche Architekt ist der Kölner Johannes Schüller. Seit den 50er Jahren befand sich dort das belgische Konsulat. Im Jahre 2015 wurde dieses geschlossen und das Haus stand überwiegend leer. Seit dem Jahre 1990 unter Denkmalschutz. Eine ganze Zeit lang war das Haus für 4.000.000 Euro zum Verkauf angeboten worden. Seit einigen Monaten wird es aufwändig renoviert sodass wir vermuten, dass es tatsächlich verkauft worden ist. Benannt nach dem Kölner Kunstsammler Josef Haubrich, findet sich in der Gegend der Fleischmengergasse und der Leonard Tietz Straße das sogenannte "Josef-Haubrich-Hof Areal". Auch hier geht es wieder um Kunst und man kann einige gute Werke begutachten.

Shopping

Ein ganz bekannter Platz in Köln ist sicherlich die Neumarkt-Galerie. Denn auf dem Kopf der Galerie findet sich eine unglaublich tolle Skulptur des Künstlers Claes Oldenburg. Es handelt sich um eine riesige umgedrehte Eistüte. Die anschließende Neumarktpassage wurde bereits im Jahre 1937 von dem damaligen Oberbürgermeister Robert Brandes eröffnet. Dabei handelt es sich um ein sehr großes Geschäftshaus mit Büro- und Wohnflächen. Die Neumarktgalerie verfügt über riesige 37.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Unter anderem finden sich dort Geschäfte wie zum Beispiel der Primarkt.


Verkehrsknotenpunkt

Bereits im Jahre 1882 war der Kölner Neumarkt ein sogenannter Verkehrsknotenpunkt. Denn die erste Pferdebahn Linie verlief von der Aachener Straße aus, durch das Hahnentor in die Richtung zum Neumarkt. Nachdem das Kölner Straßennetz moderner geworden ist und ab dem Jahre 1901 die Electrik Einzug hielt, verkehrte die erste elektrische Eisenbahn über den Neumarkt. Heute ist der Neumarkt der wichtige Mittelpunkt im Kölner Verkehrsnetz. Sowohl oberirdisch wie auch unterirdisch kreuzen sich hier alle Straßenbahnlinien. Daneben verkehren hier auch einige Buslinien.

Der große Marktplatz wird von der gleichnamigen Straße mit dem Namen "Neumarkt" umzingelt. Diese ist genau 646 Meter lang.

Der Roncalli Zirkus

Auch der Roncalli Zirkus nutzt diese zentrale Lage des Neumarkt es immer wieder gerne. So wurden hier bereits viele Aufführungen im Zirkuszelt über die Bühne gebracht.

Rückblick und Ausblick

Wie Sie erkennen konnten, ist der Kölner Neumarkt sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart der Zentrale und wichtige Platz in Köln. Wir empfehlen deshalb auf jeden Fall einen Besuch.

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