Ein Besuch im Römisch-Germanischen Museum

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Unsere geliebte Stadt Colonia ist weltweit bekannt. Dies liegt natürlich besonders an dieser gotischen Kathedrale, die vielen Menschen unter dem Namen "Kölner Dom" kennen und schätzen lernten. Zu dem Dombau und der Entstehungsgeschichte unserer Stadt gibt es Geschichten und Sagen über mehrere Jahrhunderte. Köln ist eine der ältesten deutschen Städte und kann sogar auf eine Vielzahl von Funden aus der Römerzeit präsentieren. Und wo? Genau, hier im Römisch-Germanischen Museum!

Das Römisch Germanische Museum

Gründung der Siedlung der Ubier

Wir gehen ganz weit zurück, nämlich rund 19 Jahre vor Christi, da wurde die Siedlung "Oppidum Ubiorum" gegründet. Der Feldherr Marcus Vipsanius Agrippa zeichnete sich hier verantwortlich und wurde vielleicht auch genau deshalb später zum Statthalter ernannt. Das als Hauptstadt gegründete Oppidum Ubiorum benannte er später um. Er taufte es nach dem Namen seiner Enkelin Agrippina minor in den Stadtnamen Colonia Claudia Ara Agrippinensium!

Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA)

Die einstige Ubiersiedlung entwickelte sich schnell und prächtig zur Hauptstadt der römischen Provinz. Die römische Provinz Germania inferior wurde zu einem wichtigen Standort. Die Römer hatten hier die Zügel fest in der Hand und hatten das Sagen, bis die Franken Colonia Claudia Ara Agrippinensium letztlich übernahmen. Es ist schon erstaunlich, dass hier früher "echte" Römer durch die Straßen und Gassen von Köln spazierten und hier ihr alltägliches Leben führten. Von den einstigen Stadtgründern ist heute nur noch recht wenig übrig geblieben und so sind wir froh um jeden Fund aus der Römerzeit, der ein Stück Kölner Geschichte wiedergibt.

Eindrücke aus der Römerzeit im Museum

Und wenn Sie sich nun genau die Eindrücke aus der alten Römerzeit in Köln einmal ansehen mögen, dann sind Sie im Römisch-Germanischen Museum genau richtig. Dieses befindet sich neben der Domplatte am Roncalli Platz. Bitte schauen Sie sich vorher einmal die Öffnungszeiten an, da es nicht gar so lange geöffnet hat. Das Museum verfügt über eine moderne Garderobe und einen großen Eingangsbereich. Bereits außerhalb des Museums finden Sie einige Ausstellungsstücke an den Wänden des Museums und am Boden vor den Außenwänden.







Im Eingangsbereich vor der Garderobe stehen schon einige Glasvitrinen mit Gefäßen aus der Römerzeit, welche bereits Lust auf mehr machen. Wenn Sie dann weitergehen und sich auf die ersten Stufen im Treppenhaus stellen, dann werden Sie jedoch etwas viel größeres entdecken: eine riesigen Grabbau! Dieser ist in den 60er Jahren heimlich freigelegt worden und dann letztlich auch verlagert worden. Es handelt sich dabei um den ca. 15 Meter langen Grabsteinbau des bekannten Legionärs Poblicius. Er stammt aus der Zeit von 40 nach Christi Geburt. Für die heimlichen Geschichtsforscher muss es ein riesen Abenteuer gewesen sein und mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel, wie sie dies heimlich alles geschafft haben, bei der Dimension der Grabstätte. Über Poblicius ist soweit nur bekannt, dass er es zu einem großen Reichtum und großer Ehre geschafft hatte, ansonsten hätte er wohl auch nicht einen solchen riesigen Grabstein finanzieren können. Der Grabstein wurde übrigens im Severinsviertel gefunden, welches ein typischer Ort als letzte Ruhestätte war. Denn die Grabsteine wurden überwiegend außerhalb der Stadtmauern begraben. Einen solchen großen Grabstein heute noch zu finden entspricht ungefähr der Wahrscheinlichkeit einen Sechser im Lotto zu erzielen. So wurden die Steine - laut ergänzender Info des Museumsleiters Herrn Dr. Trier - auch sehr oft wieder weiterbenutzt um daraus andere Dinge zu schaffen.

Im weiteren Verlauf des Museumsganges kann man noch ein Medusengesicht entdecken, welches ein Teil des Roma- und Venustempels des Forum Romanum war. Die Maske der Medusa ist also weit rum gekommen. Um die Medusa gibt es ja eine Sage, die besagt, dass Ihr Blick andere Menschen zu Stein erstarren lies! Oha, schnell weiter! Nicht das hier noch etwas passiert…

Das Museum hat eine sehr große Ausstellungsfläche von insgesamt 4500 Quadratmetern und wurde laut Angabe im Jahre 1974 auf Bauresten eines römischen Hauses bzw. sogar einer Stadtvilla gebaut. Hier kann man eine ganze Menge betrachten… unter anderem gibt es hier:

  1. der rekonstruierte Bogen von dem Nordtor der Stadt
  2. diverse Reliqiuen
  3. steinerne Portraitköpfe von Persönlichkeiten
  4. Modelle von anderen Stellen und Toren der Stadtmauer

Man kann also sagen, dass man hier eine große Anzahl an Fundstücken aus diversen Zeitpunkten der Geschichte des Rheinlandes und der Stadt Köln finden kann. Es geht von der Urgeschichte bis weit in das frühe Mittelalter. Für Sie kurz zusammengefasst sind dies:

  1. ein Reisewagen
  2. viele Schmuckstücke
  3. goldene Kronen!
  4. Werkzeuge aus Stein
  5. viele Waffen
  6. natürlich auch Keramik- und Tongefäße
  7. Terakottaplastiken aus dem 2. Jahrhundert nach Christi
  8. wunderschöne Skulpturen

Ein goldener Efeukranz erinnert ganz deutlich an die Bilder von Gaius Iulius Cäsar, so wie er da so sitzt mit erhobenem Haupte. Und wenn wir hier schon so auf den Kopfschmuck eingehen, dann wollen wir uns doch auch noch etwas intensiver mit dem wunderschönen Schmuck für die damaligen Frauen beschäftigen. Es gibt hier Schmuck von griechischen und römischen Damen zu bewundern! Auch hier wollen wir die Dinge kurz für Sie auflisten:

  1. Amulette
  2. Mondsicheln
  3. wunderschöne Ohrringe mit Verzierungen
  4. Goldbleche besetzt mit vielen Edelsteinen
  5. goldene Ringe
  6. Siegelringe
  7. Gürtelschnallen

Die erste Rheinbrücke

Auch hier haben die Römer wieder Pionierarbeit geleistet und haben die erste Brücke über den Rhein gebaut. Neben dem Straßensystem und einer Wasserleitung kann man fast sagen, dass Sie somit die komplette Infrastruktur der Stadt geschaffen haben, von der die Kölner heute noch profitieren. Die erste Brücke wurde aus Holz gebaut und deren wenige Überreste sind doch tatsächlich auch in diesem Museum hier ausgestellt. Weiterhin gibt es ein Modell mit dem wir uns die komplette, intakte Brücke genau vorstellen können. Einfach unglaublich, wozu die Römer schon damals im Stande waren.

Das Dionysosmosaik

Und nun kommen wir zu dem sicherlich bekanntesten Ausstellungsstück des Museums: Dem Dionysosmosaik. Man fand es wohl im Jahre 1941 ganz in der Nähe des Kölner Doms.
Es wurde als Teil eines Speisesaales in einem Peristylhauses geschaffen und versprüht noch heute eine unglaubliche Ausstrahlungskraft. Da die Römer Südländer waren, wurde es natürlich im mediterranen Stil gelegt. Bei dem Haus handelte es sich um einen rechteckigen Hof, welcher genau in seiner Mitte einen Brunnen hatte. In dem Haus gab es noch eine ganze Vielzahl an Mosaiken und Wandmalereien, was auf eine wohlhabende Familie hindeutet. Das Mosaik besteht aus insgesamt 27 Medaillons, welche in verschiedenen Farben um die Wette leuchten. Hauptthema des Mosaiks ist ganz eindeutig der Gott des Weines und noch die Götter für Ekstase, Fruchtbarkeit, der Trauben und der Freude. Es gibt somit also alles das wieder, wofür Köln in der Fünften Jahreszeit auch steht und nicht nur dann! Es passt also wunderbar zu Köln und den Kölnern. Sagenhaft, denn das Gesamtmosaik besteht aus ca. 1,5 Millionen Mosaiksteinchen, welche aus Glas, Ton oder Naturstein gefertigt wurden.

G8 Gipfel gipfelt auf dem Mosaik

Zu großer Berühmtheit und medialer Aufmerksamkeit brachte es das Mosaik, als diverse internationale Politiker aus der Welt in Köln zusammenkamen. Sie tagten zum G8 Gipfel und dieser fand einen besonderen Höhepunkt: nämlich gab es ein Essen und Trinken auf dem Mosaik! Dieses wurde natürlich vorher mit einer Glassicherheitsplatte abgedeckt, bevor die Herrschaften sich darauf zuprosteten.

Diverse Grabsteine und Grabmäler

Ein großer Bereich in dem Museum ist auch die Ausstellung von diversen Grabstätten und Grabbeigaben. Früher gab man den Toten noch einige Geschenke mit ins Grab und oder auch eine Bezahlmünze in den Mund gelegt, als Bezahlung für den Fährmann, welcher für die Überfahrt in das Totenreich zuständig war. Schaurig schön würde ich sagen und weise nur kurz auf die Ausstellungsstücke hin:

  1. Grabbeigaben aus der Merowingerzeit, der keltischen- und germanischen Zeit
  2. Grabmäler
  3. Grabsteine

Zerbrechlicher Luxus

Und das ist gleich der Name der größten Ausstellung an römischen Gläser und Vasen aus dem Zeitraum: 1.-4. Jahrhundert. Es gibt hier eine ganze Menge an Gläsern, Salbflaschen, Weinkrügen, Krügen, Vasen etc. welche nicht nur aus dem Kölner Raum sind, sondern auch aus Importen aus Italien oder Syrien bestehen.

Außerhalb des Museums

Wie bereits weiter oben erwähnt gibt es auch einige Ausstellungsstücke, welche sich außerhalb des Museum befinden. Viele römische Reliquien sind dort an der Wand des Museums angebracht. Neben dem Museum und dem Dom findet sich noch eine alte Römerstraße, die man sogar betreten kann und ein Stück von einem Wasserkanal. Dort gelangen Sie übrigens ganz schnell von unserer Ferienwohnung Köln aus hin!

Führungen im Museum

Natürlich finden in solch einem großen und wichtigen Museum auch Führungen statt.

Adresse und weitere Daten

Roncalliplatz 4
50667 Köln
Telefon: 0221/22124438

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