Farina Duftmuseum präsentiert: Eau de Cologne

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Können Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin gut riechen? Vermutlich ja! Denn ganz unbewusst ist dies ein wichtiger Auswahlpunkt bei der Partnerwahl. Und deshalb ist es natürlich auch ganz besonders wichtig, hin und wieder einmal einen guten Duft aufzulegen und warum nicht in Form des weltbekannten Eau de Colognes?! Köln hat eben nicht das Kölsch zu bieten!

Farina Duftmuseum

Parfum aus der Domstadt

Wir unterstreichen oder veredeln unseren eigenen Körpergeruch mit einem wunderbaren Duftwasser um noch besser zu riechen. Früher war das genauso, wenn auch in etwas anderer Form. Denn damals im 18. Jahrhundert wuschen sich die Menschen nicht so regelmäßig wie heute und benötigten dann eben ein Parfum um den üblen Körpergeruch zu "verstecken". Kann sein, dass dies heute bei manchen Menschen auch noch so ist… Und warum wuschen sich die Menschen damals nicht? Nun, es gab noch kein Leitungswasser und das Wasser aus dem 18. Jahrhundert war dann auch noch ganz so keimfrei wie heute. Man wollte nicht krank werden und deshalb verzichtete man auch oft auf das nicht abgekochte Wasser. Angeblich war selbst Napolean dem Eau de Cologne verfallen und hatte stets eine Reserveflasche in seinem Stiefel, falls es nötig war etwas frischen Duft aufzutragen.



Besuch des Duftmuseums Farina

Nun geht es also los, mit einer preisgünstigen Führung durch das Kölner Duftmuseum. Doch gleich vorab einmal die geheime Mixtur des Kölner Duftwassers… es besteht aus:

  1. Blüten
  2. Früchten
  3. Kräutern
  4. und vielen kleinen Geheimnissen

Und nun geht es auch schon gleich los mit der Geschichte und den Akteuren des Museums!

Johann Maria Farina

Er gilt als Erfinder des Kölner Duftes (Aqua mirabilis) und wurde im Dezember 1685 in Santa Maggiore geboren. Die Begeisterung und die Erfahrung ein solch berühmten Duft zu kreieren, wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Denn der junge Giovanni Maria Farina wurde in eine italienische Aromatiseursfamilie hinein geboren. Klar, dass man dann einen gewissen Ehrgeiz entwickelt und vielleicht auch mal einen ganz bekannten Duft entwickeln möchte um vielleicht seiner Oma und seinen Eltern zu imponieren. Und so war es dann auch die Oma, die dem jungen Mann alles Wichtige beibrachte und seinen Geruchssinn trainierte. Das notwendige Fachwissen für die Herstellung von Parfüm vermittelte sie ihm ebenfalls. So war ihm dann bekannt, dass zum Beispiel:

  1. einzelne Zutaten
  2. die Jahreszeit der Ernte
  3. das Klima
  4. und auch der Standort


wichtige Komponenten bei der Herstellung von Parfüm waren bzw. sind. Schon recht früh zog es den jungen Mann dann nach Köln an den Standort, an dem der Handel zu dieser Zeit blühte. Mit dem Namen Johann Maria Farina bezog er dann letztlich die Räume gegenüber des Jülich Platz. Das heutige Duftmuseum war tatsächlich damals die Fabrik und dort wurde das weltberühmte Eau de Cologne entwickelt und hergestellt.

Geschichte

Auf der "Bel Etage" hängt der Stammbaum der Familie die heute immer noch aktiv das Parfum herstellt und verkauft. Heute wird es nur noch in wenigen Läden vor Ort angeboten und online verkauft. Das war früher leider nicht ganz so einfach und deshalb musste damals schon ordentlich Werbung dafür betrieben werden. Die Werbereisenden der Fabrik reisten zum Beispiel an die großen Höfe in der ganzen Welt. Dort wurde das Kölner Duftwasser dann den reichen Adeligen präsentiert und natürlich versprüht. Dieser Duft verzauberte die Menschen durch seine leichte Mischung und seine Frische und so wurde es letztlich an viele Königshäuser verkauft. Zu diesen zählten unter anderem Häuser aus:

  • Schweiz
  • Großbritanien
  • Polen
  • Spanien
  • Dänemark

Um hier nur einige zu nennen. Berühmte Fans der Neuzeit sind bzw. waren unter anderem: Prinzessin Diana, Marlene oder Bill Clinton und Gattin.



Gut betuchte Käufer in spe wurden regelmäßig in das Farina Haus eingeladen und regelrecht "weich gekocht". Das edle Ambiente und die gute Bewirtung sorgten schnell für einen Verkaufserfolg!

Präzise Buchführung

Ganz unten im Keller des Gebäudes steht heute noch der große, hölzerne Tisch, auf dem der Meister sein großes Auftragsbuch ausgelegt hatte. Dort wurden per Hand und mit größter Aufmerksamkeit die Verkäufe und Einkäufe eingetragen. Perfekte Buchführung kann man dazu sagen und das Finanzamt wurde sich heute darüber freuen.



Marke war auch damals schon wichtig

Auch heute noch kann man in diversen Vitrinen die alten Flakons der damaligen Produktion bewundern. Diese Flakons wurden in der Fabrik etikettiert und mit einer roten Tulpe versehen. Denn schon sehr früh wollten viele Konkurenten etwas von dem Erfolg der Firma Farina abhaben. Viele Firmen bedienten sich dem Namen Farina um einen nachgemachten oder ähnlichen Duft zu verkaufen. Eine der bekanntesten ähnlichen Düfte ist das 4711 der Firma Mäurer und Wirtz GmbH. Diese lieferte sich sogar einen erheblichen Rechtsstreit mit der Firma Farina, da der Name einfach mitbenutzt wurde. Das ging dann sogar soweit, dass die Firma Mäurer und Wirtz GmbH mehrfach Geschäftsführer mit dem Namen Farina "importierte" nur um den Namen weiter führen zu dürfen. Doch letztlich musste der Name abgegeben werden, da der Rechtsstreit verloren wurde.

Feine Nase

Ebenfalls findet sich heute noch der sogenannte Essenzenraum im Museum. Dort wurden die unterschiedlichsten Düfte kreiert und entwickelt. Natürlich vom Meister selbst! Er hatte sogar einen Spitznamen "der Vater der modernen Düfte". Noch heute kann man dort in dem Museum einmal seine feine Nase testen und die unzähligen Blütenarten erraten. Eine lustige Sache! Im Museum befindet sich ebenfalls ein Raum voller Gerätschaften und Dingen die der Meister damals sogar noch selbst benutzt hat. Klar, dass dieses Gebäude hier unter Denkmalschutz steht.

Einkauf im Museumsladen

Klar, möchte man auch heute noch etwas verkaufen. Kein Wunder bei dieser Vorgeschichte. So gibt es im Museumsladen natürlich noch eine ganze Menge an Parfüms zu erwerben oder interessante Bücher. Schauen Sie sich dort am besten selbst einmal um. Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, gerade und vielleicht ganz besonders, wenn Frauen mit dabei sind. Denn diese mögen schöne Düfte ja bekanntlich besonders gerne!

Duftmuseum Farina Köln
Tafel am Duftmuseum Köln

Adresse und Kontaktdaten

Obenmarspforten 21, 50667 Köln
farina.org
0221 3998994

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