Groß St. Martin: ausführlicher Bericht

Groß St. Martin ist eine bekannte Kirche, welche nach dem vorgotischen beziehungsweise romanischen Stil, also der Romantik, erbaut wurde. Auch heute noch kann man dieses Gebäude in einem wirklich sehr guten Zustand in Köln am Fischmarkt der Kölner Altstadt vorfinden und begutachten.

Umrahmt wird die Kirche von den vielen kleinen Häusern und Gebäuden, welche in den 70er- bzw. 80er- Jahren gebaut wurden und die Altstadt zu dem machen, was sie heute ist: Ein Ort, den man mindestens einmal im Leben besucht haben sollte.

Groß St. Martin
Groß St. Martin

Und so auch die Kirche Groß St. Martin. Dieses Prachtgebäude wurde mit drei Kirchenschiffen erbaut, ist also dreischiffig und sieht daher sehr prunkvoll aus. Der Chor, oder auch genannt Altarraum des Gebäudes, hat eine kleeblattförmige Form. Aus der so genannten Vierung hingegen ragt ein viereckiger Turm empor. An jeder seiner vier Ecken befindet sich ein weiterer, kleinerer Turm.


Insgesamt ist es ein sehr schönes Gebäude, welches die Stadt links des Rheins zeichnet und auf jeden Fall einen Ausflug oder eine Besichtigung wert ist.

Allgemeine Einführung

Um Ihnen nun einen kurzen Überblick zu verschaffen, folgen hier einige interessante Fakten und Infos über das oben beschriebene Gebäude: In der historischen Kölner Rheinvorstadt wurde das Prachtgebäude bzw. die Basilika Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut. Ein weiterer, interessanter Fakt ist, dass die Basilika auf Fundamenten von Bauten bzw. Gebäuden der Römer errichtet wurde. Um nun noch mal auf die Rheinvorstadt zu sprechen zu kommen: sie ist auch bekannt als eine ehemalige Rheininsel, existiert also als diese heute nicht mehr.

Als im 19. Jahrhundert ein Benediktinerkloster säkularisiert wurde, welchem die Basilika Jahrhunderte lang als Abteikirche von Nutzen war, wurde sie schließlich zu einer Pfarrkirche umfunktioniert. Diese Kirche musste während des Zweiten Weltkrieges sehr hohe Schäden einstecken, die von Luftangriffen feindlicher Länder verursacht wurden. Auch der Turm der Kirche wurde stark beschädigt und musste so bis hin in das Jahr 1965 wiederaufgebaut und erneuert werden. Die Rekonstruierung der gesamten Kirche hingegen dauerte bis hin in das Jahr 1985 an. Als ganze vierzig Jahre später der Zweite Weltkrieg endlich zu Ende war, wurde eine erneute Kirchenweihe durchgeführt.


Groß St. Martin kann seit dem Jahr 2009 wieder von interessierten Menschen oder auch von denjenigen, die den dort ausgelebten Glauben teilen, besucht und besichtigt werden. Das Gebäude dient einem neuen Sitz der Gemeinschaften von Jerusalem seit diesem Jahr als Klosterkirche. Wie weiter oben im Text bereits erwähnt, wurde das Gebäude auf den Fundamenten römischer Gebäude und Bauten gebaut. Dies spielt auch für die neu errichtete Krypta der Kirche eine große Rolle, da man dort nun auch Ausgrabungen aus der Zeit der Römer sehen und begutachten kann.

Nebengebäude

Neben der Basilika Groß St. Martin gibt es auch noch eine weitere Kirche, die dem Heiligen Martin zu ehren existiert. Hierbei ist die Rede von einer Marktkirche, die heute leider nicht mehr so gut erhalten ist, und von welcher nur noch der Turm existiert. Es könnte tatsächlich der Fall sein, dass diese Kirche, die den Namen Klein St. Martin trägt, noch älter als die oben beschriebene Basilika ist. Um die beiden Kirchen besser auseinander halten zu können, wurden sie auf diese beiden, oben genannten Namen getauft, welche sich nur in geringem Maße voneinander unterscheiden.

Die Geschichte

Nach diesem kurzen und knappen Überblick wird der folgende Artikel sich nun gezielter mit der Geschichte der Kirche beschäftigen und Sie über die wichtigsten und interessantesten Fakten informieren. Falls Sie also beim nächsten Köln-Besuch mit etwas Hintergrundwissen glänzen möchten, bleiben Sie auf jeden Fall dran. Es lohnt sich!

Bei der Geschichte des Groß St. Martin spielt ebenfalls das bereits weiter oben im Text genannte Benediktinerkloster eine entscheidende Rolle. Da die beiden Bauwerke einen engen Bezug zueinander hatten und auch in Abhängigkeit voneinander standen, übten die Entscheidungen und Beschlüsse der Benediktinerabtei auch Auswirkungen auf die Geschichte Basilika aus. Über die Gründung von Stift und Kirche liegt nur sehr begrenztes Informationsmaterial, darin auch enthalten Aufzeichnung über den Bau oder weitere Dokumente, vor. Somit muss sich auf kunsthistorische Überlegungen oder archäologische Befunde gestützt werden, um den Bau der Kirche nachvollziehen und erklären zu können.

Die römischen Vorgängerbauten

Der erste Punkt in der Geschichte der Kirche sind römische Vorgängerbauten und deren archäologischen Befunde: Im Osten des Prätoriums lag die Rheininsel. Sie war dem Köln der römischen Zeit vorgelagert und zu ihr gehörte anfangs das Gelände, welches die Kirche Groß St. Martin umgab.

Das umliegende Gelände

Dass dieses Gelände um die Kirche herum seit dem ersten Jahrhundert nach Christus Bauland und somit auch bebaut war, bestätigten einige Ausgrabungen. Diese wurden in den Jahren 1965 und 1966, aber auch im Zeitraum zwischen den Jahren 1973 und 1979 durchgeführt. Schon die Erstbebauung dieses Geländes stellte sich als sehr interessant heraus. Es handelte sich nämlich um eine Platzanlage, welche von einer Mauer umgeben war. Diese Anlage hatte eine Mindestlänge von 76 Metern und erstreckte sich in ostwestliche Richtung. Auch an der Breite der Anlage wurde damals offensichtlich nicht gespart: Sie war nämlich ganze 71,5 Meter breit.

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Hinzu kam noch eine etwas tiefer gelegene Fläche, welche sich in der Mitte beziehungsweise im Inneren des restlichen Platzes befand. Diese Fläche war 55,7 mal 43,8 Meter groß. Neben diesem Platz befand sich im Inneren der Anlage auch noch eine Art Wasserbecken. Dieses Becken hatte die Maße 34 mal 17,2 Meter und war 1,7 Meter tief. Diese Anlage schien etwas ganz besonderes zu sein, da sonst, insbesondere im Norden der Alpen, keine ähnlichen oder vergleichbaren Anlagen vorzufinden waren bzw. bekannt sind. So kann man leider auch die Nutzung und den Gebrauch des Platzes nur schwer und unsicher vermuten, da keine weiteren Informationen überliefert wurden.

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Ein Sportplatz vor der Kirche?

Trotzdem gelang es Forschern und Personen dieses Fachgebiets, einige Theorien und Informationen zusammenzustellen. Der riesige, freie Platz wurde damals nach den Theorien der Forscher als eine Art freie Fläche genutzt, auf der die Menschen verschiedene Sportarten betreiben konnten. Auch dem Wasserbecken wurde von den Forschern und Wissenschaftlern eine frühere Verwendung zugeschrieben: ES soll nämlich damals, wie schon fast zu vermuten war, als eine Art Schwimmbecken genutzt worden sein. Ein anderer Verwendungszweck für dieses Becken könnte auch ein Lagerplatz für verschiedene Muscheln und Fischarten gewesen sein, welche die Fischer am Rhein zuvor gefischt hatten.

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Ein Heiliger Bezirk

Tatsächlich ist dies nicht die einzige Theorie, die auf die gesamte Anlage zutreffen könnte. Auch eine andere Möglichkeit ist noch im Gespräch: Es könnte nämlich auch der Fall sein, dass unsere oben genante Platzanlage in früherer Zeit eigentlich ein heiliger Bezirk oder auch heiliger Ort war. So könnte es möglicherweise sein, dass die heutzutage immer noch nicht bekannte Ara Ubiorum dort ihren Standort fand.

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Im zweiten Jahrhundert

Wir befinden uns nun viele Jahre später in der Geschichte, genauer gesagt mitten des zweiten Jahrhunderts. In diesem Zeitabschnitt wurde der gesamte Platz um ca. 1,5 bis 2 Meter erhöht. Außerdem wurden auf diesem Gelände neue Bauwerke errichtet. Bei diesen Bauwerken handelte es sich um vier Hallen.

Die Hallen

Diese vier Hallen waren jeweils dreischiffig und wurden in drei verschiedene Himmelsrichtungen errichtet: nach Osten, Süden und Westen. Die Himmelsrichtung Norden wurde hierbei ausgelassen. Die drei Hallen lagen direkt am Ufer des Rheins und waren somit ideal als Lagerhallen geeignet, in denen verschiedene Güter, mit welchen die Menschen damals handelten, untergebracht werden konnten. Dies belegten ebenfalls die Bauart und die Ausrichtung der Gebäude. Die alte, überbaute Platzanlage wurde somit also durch eine neue, etwas 7000 Quadratmeter große Anlage ersetzt. Auch wurde diese neue Anlage von einer Mauer eingegrenzt. Diese Mauer lag im Norden des Platzes.

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Fußböden in den Hallen

Wenn man nun in der Geschichte etwas weiter geht, ist es bei drei der Hallen ausgeschlossen oder nicht bekannt, dass oder ob sie in der Zeit nach der Antike noch weiter genutzt wurden. Bei einer der vier Hallen hingegen, welche in Richtung Süden bzw. Osten gebaut wurde, ist bekannt, dass sie weiterhin genutzt wurde. Der Fußboden oder auch genannt Estrich der Halle wurde dreimal erneuert, wobei die älteren Fußböden erhalten blieben. Dies liegt daran, dass die jeweils neueren Fußböden einfach auf dem älteren Boden angebracht wurden, diesen also quasi verdeckten.

Was man nun vielleicht nicht direkt glauben mag: sogar der Fußboden dieses Gebäudes bringt einige interessante Informationen und Geheimnisse mit sich. Der Fußboden bestand ursprünglich aus einem geglätteten Pflaster aus Sandsteinen. Nachträglich wurde es mit einer profilierten Basis versiegelt. Leider lässt sich nicht genau feststellen, aus welcher Zeit diese Basis stammt. So könnte es sein, dass sie in der Römerzeit aufgetragen wurde, aber auch die frühmittelalterliche Zeit ist nicht ausgeschlossen.

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Auch wurden in dem Fußboden Scherben entdeckt, welche höchstwahrscheinlich der karolingischen Epoche entstammen. Das kann man so klar festlegen, da es sich um Scherben von Pingsdorfer Keramik handelt.

Um mehr Informationen über die Geschichte dieses Geländes zu sammeln, wurden in den Jahren 1965 bzw. 1966 die Bodenschichtungen oder auch genannt Stratigraphie der heute bekannten Kirche untersucht. Um dies tun zu können, ging man entlang der Mittelachse der Kirche vor. Man erstellte einen langen Schnitt und drang somit bis circa zwei Meter unter den Boden der Kirche vor, wo man einen interessanten Fund machte: man fand dort unter der Erde viele Gräber oder auch Bestattungen. Diese stammten aus dem Mittelalter aber auch aus der Neuzeit.

Die Martinskirche

Im weiteren Verlauf des Textes wird es nun darum gehen, warum die Martinskirche gegründet wurde. Hierbei werden Vermutungen angestellt, welche auf Fakten und Infos basieren. Auch wird es darum gehen, welche Chroniken nicht stimmen und somit falsch sind.

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Der Historiograph Aegidius Gelenius

Aus der Zeit, in welcher die Kirche gegründet sein soll, das heißt noch vor dem zehnten Jahrhundert, gibt es leider keine überlieferten Informationen. Trotzdem beschäftigte sich der Historiograph Aegidius Gelenius, welcher übrigens auch aus Köln stammte, genauer mit diesem Gebiet bzw. Zeitabschnitt. Nach seinen Vermutungen soll es möglich sein, dass die Kirche in der vorkarolingischen Zeit gebaut wurde oder auch entstand. Über seine Theorien und Vermutungen schrieb er 1645 ein Buch mit dem Titel „Lobpreis der Stadt Köln“.

Gründung vermutlich durch zwei Missionare

An der eigentlichen Gründung der Kirche und auch des Klosters sollen zwei Missionare beteiligt gewesen sein, welche von einem gewissen Suibert an den Fluss, den Rhein, begleitet wurden. Bei den beiden Missionaren handelte es sich um Viro und Plechelmus. Suibert hingegen wurde wenig später der Abt eines Klosters, genauer gesagt des Klosters Kaiserswerth. Unterstützung bekamen diese auch, denn Pippin der Mittlere und Plektrudis sollen ihnen bei der Gründung geholfen haben. Pippin der Mittlere und Plektrudis waren dafür bekannt, auch St. Maria im Kapitol gegründet zu haben.

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Gefälschte Chronik

Nun kommen wir auf eine Chronik zu sprechen, welche sich, nach späterer Entlarvung, als eine Fälschung entpuppte. Hierbei handelt es sich um die Chronik Chronicon Sancti Martini Coloniensis, welche angeblich entweder aus dem 13. oder dem 14. Jahrhundert stammte. Tatsächlich verfasst wurde die Chronik 1730 von einem Benediktinermönch namens Oliver Legipont. Er war damals Mönch an St. Martin.

Über sehr lange Zeit, sprich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, wurde diese Chronik für glaubwürdig und richtig im Inhalt gehalten. Dies beeinflusste natürlich auch die Geschichte der Kirche und der Abtei, da die Chronik als einzige Quelle galt. Erst als Otto Oppermann sich im Jahr 1900 mit diesem Dokument beschäftigte, wurde die gesamte Chronik als falsch und nicht glaubwürdig entlarvt.

Inhalt der Chronik

Um nun noch mal kurz auf den Inhalt dieser Chronik zu sprechen zu kommen: In dem er im Jahr 690 ein Gebäude, genauer gesagt eine kleinere Kapelle bauen und errichten ließ, soll der schottische Mann, der den Namen Tilmon trug, die Kirche St. Martin bzw. dessen Vorgängerkapelle gegründet haben. Erst einige Jahre später, genauer gesagt im Jahre 708 wurde diese kleine Kapelle dann in ein Kloster umgewandelt. Diesen hatten damals Viro, Plechelmus und Otger übernommen. Weiterhin schien die Chronik sehr glaubwürdig zu sein, da sie viele Ereignisse und Geschehnisse nahe zu lückenlos dokumentierte.

Darunter vielen auch die vielen Namen der Äbte, welche diesen Posten schon in sehr früher Zeit angenommen hatten. Doch auch weitere, nicht sonderlich erfreuliche Ereignisse wie zum Beispiel die Zerstörung der Kirche und des dazugehörigen Klosters wurden dokumentiert. Speziell bezieht sich dieses Ereignis auf das Jahr 778.

Weitere Zerstörung

Die Zerstörung fand in diesem Jahr durch die Sachsen statt. Dies war der Fall, da sich Karl der Große in diesem Jahr im Land Spanien aufgehalten hatte und dort Krieg führte. Der Aufbau der Kirche und des Klosters erfolgte einige Jahre später durch einen Paladin, der fast die gesamten Kosten der Restaurierung alleine auf sich nahm. Hierbei handelt es sich um den Dänenfürst Olger. Nun muss man dazu sagen, dass Karl der Große ihm beim Wiederaufbau dieser Gebäude zur Seite stand und ihn unterstütze. Im Jahr 802 tätigte Papst Leo der zweite schließlich seinen zweiten Besuch in Köln. Während dieses Besuchs wurden zwei Altäre der zuvor restaurierten Gebäude von dem Papst gesegnet bzw. geweiht. Nur wenige Jahre später wurde in der Chronik wieder von einer schwerwiegenden Zerstörung der beiden Gebäude berichtet. Es geschah in den Jahren 846 und 882, als die Normannen diese Rolle übernahmen.

Wie bereits oben beschrieben handelte es sich bei dieser Chronik um eine Fälschung, daher stimmen diese Informationen über die Geschichte von St. Martin leider nicht.

Schutzherrschaft

Wie man bereits am heutigen Namen de Kirche ableiten könnte, steht diesem unter der Schutzherrschaft des Schutzheiligen Martin von Tours. Dieser Schutzherr galt in der fränkischen Zeit als sehr beliebt und wurde daher oft und für viele Kirchen verwendet. Oft wurden diese Kirchen in einer Zeitspanne vom 7. bis zum 9. Jahrhundert gebaut oder auch gegründet. Es gibt zwar keine konkreten Infos oder Überlieferungen, dass diese Theorie auch für die oben beschriebene Kirche gilt, doch die meisten Forscher und Experten gehen davon aus.

Der Bau des Klosters

Im folgenden Abschnitt dieses Textes wird es darum gehen, was es mit der so genannten Stiftsgründung auf sich hat. Auch wird der Text sich damit beschäftigen, wie der Bau des Klosters in der Zeit vom 10. bis hin ins 11. Jahrhundert aussah und was dort alles so geschah. Es folgen interessante Infos, bleiben Sie also dran!

Der Chorherrenstift Brun

Trotz vieler unglaubwürdiger Quellen gilt es als eine glaubwürdige Information, dass das Kloster durch den Chorherrenstift Brun gegründet wurde. Brun war damals der Erzbischhof von Köln und bekleidete dieses Amt vom Jahr 953 bis hin ins Jahr 965. Die Gründung des Klosters fand damals statt, um Martin von Tours zu ehren, daher auch der Name des Klosters bzw. der Kirche. Diese Informationen wurden dem Lorscher Codex entnommen und gelten als glaubwürdig und richtig. Bereits während Brun lebte schenkte er der Kirche Groß St. Martin etwas ganz besonderes: Es handelte sich hiebei nämlich um sehr wertvolle Reliquien, welche von dem St. Eliphius stammten.

Der St. Eliphius war ein christlicher Mensch, welcher einige Zeit nach seinem Tod neben Martin von Tours der zweite Schutzheilige der Martinskirche ernannt wurde. Allerdings wurden einige Zeit später die Reliquien des St. Eliphius aus dem französischen Stadt Toul an einen anderen Ort, genauer gesagt in das Stift gebracht, welches neu gegründet wurde.

Weitere Entwicklungen

Weitere Verbesserungen an der Kirche wurden von dem Erzbischof Warin von Köln, der sein Amt vom Jahr 976 an bis in das Jahr 985 bekleidete, vorgenommen. Diese im Jahr 1499 notierte Information entstammt der Koelhoffschen Chronik. Auch eben diese Information bzw. Quelle deutet darauf hin, dass die Martinskirche schon sehr alt sein könnte und somit vor langer Zeit gebaut wurde.

Der Erzbischof Warin von Köln, welcher die Kirche so reichlich beschenkt haben soll, soll sogar seinen letzten Lebensabschnitt, also seinen Ruhestand in dem oben beschriebenen Stift verbracht haben. Auch ein weiterer Erzbischof, genauer gesagt Erzbischof Everger, welcher sein Amt von dem Jahr 985 bis hin in das Jahr 999 bekleidete, soll die Geschichte der Martinskirche beeinflusst haben: Der Erzbischof soll das Stift nämlich reichlich beschenkt haben. Dadurch wurde es im Jahr 989 in gewisser Weise umgewandelt, nämlich in ein Schottenkloster. In diesem Schottenkloster lebten, wie man nun vermuten könnte, Schotten. Sie werden auch als irische Benediktiner bezeichnet.

Die Schotten kommen!

Diese Zeit, in der die Schotten sich in dem Kloster niederließen, fällt in einen bestimmten Zeitabschnitt. Dieser Zeitabschnitt wird eingegrenzt von zwei weiteren Ereignissen, die mit der Niederlassung der Schotten zu tun hatten: Bei dem ersten Ereignis handelt es sich um einige Niederlassungen der oben genannten Gruppe in der merowingisch- karolingischen Zeit und bei dem zweiten Ereignis geht es darum, dass sich ein Klosterband von vielen einzelnen, kleinen, selbstständigen benediktinischen Schottenklöstern an einem bestimmten Ort bildete. Bei diesem Ort handelte es sich um Regensburg. Das oben beschriebene Ereignis fand ungefähr in der Mitte des elften Jahrhunderts statt.

Noch im selben Jahrhundert, sprich dem elften Jahrhundert, wurden diese, aus Schottland kommenden Mönche durch einheimische Mönche ausgetauscht und somit ersetzt. Dieser Prozess der Ablösung „ausländischer Mönche“ soll von dem Erzbischof Pilgrim von Köln unterstützt worden sein. Der Erzbischof bekleidete sein Amt von dem Jahr 1021 ab bis hin in das Jahr 1036 und soll die schottischen Mönche nicht respektiert, genauer gesagt verachtet haben. Daher trug er zu dem oben genannten Prozess bei und begünstigte diesen.

Trotzdem konnten sich die schottischen Mönche noch lange Zeit durchsetzen und ihre Ämter bzw. ihre Rolle im Kloster aufrechterhalten. Somit war der letzte, bekannte Vorsteher des Mönchsklosters ein Mann namens Alvold. Allerdings lebte dieser Abt noch viele Jahre nach dem oben beschriebenen Prozess und starb somit erst im Jahr 1103. Ab dem Jahr 1056 lebte für einige Zeit noch eine weitere, bekannte und auch wichtige Person in der Martinskirche. Bei dieser Person handelt es sich um Marianus Scotus. Weil dieser Mann dort in der Kirche lebte, wird in der heutigen Zeit von Forschern angenommen, dass auch noch weitere Leute, die aus Scotus Gegend kamen sich für kurze Zeit in der Kirche niedergelassen hatten um dort zu leben.

Der Bau

Nun wollen wir noch einmal genauer auf die Geschichte des Baus der Martinskirche eingehen, mit welcher sich Kunsthistoriker schon seit einer langen Zeit beschäftigen. Bei vor einiger Zeit durchgeführten Ausgrabungen in diesem Gebiet wurden Reste einer Mauer gefunden. Diese befanden sich unterhalb einer Seitenschiffwand der Kirche. Es handelt sich hierbei um die nördliche Wand. Um nun zu den Mauerresten zurückzukommen: Diese reichten bis hin zum Joch der heute existierenden Kirche bzw. des Gebäudes. Es wird angenommen, dass diese Mauerreste zu einer früheren Kirche gehörten, welche unter Anweisung von dem bereits oben genannten Kölner Erzbischof Brun gebaut wurde.

Man geht daher davon aus, dass die im Westen gelegene Wand ganze sieben Meter weiter im Norden stand. Nun sollte Ihnen bereits aufgefallen sein, dass diese Breite auch der Breite der alten römischen Lagerhalle, welche vorher dort stand, entsprach. Auf Grund dessen vermuten manche Historiker, dass es sich bei den ausgegrabenen Mauern auch schlicht weg einfach um den Umriss der alten Lagerhalle handeln könnte.

Weiterhin trug auch noch der Erzbischof Anno der zweite, welcher sein Amt von dem Jahr 1056 bis hin in das Jahr 1075 bekleidete, zu der Baugeschichte der Kirche bei. In einer bekannten Quelle, genauer gesagt der Vita Annonis, wird von einem sehr skurrilen Ereignis berichtet. Der damalige Erzbischof Anno der zweite soll der Quelle zu Folge den Heiligen Eliphius gesehen haben. Seine Reaktion darauf soll der Bau zweier Türme gewesen sein. Bei diesen beiden Türmen handelte es sich vermutlich um einen Doppelturm am Ostchor.

Der Neubau im romanischen Stil

Im nächsten Abschnitt dieses Artikels wird es darum gehen, was im 12. bzw. 13. Jahrhundert mit der Kirche oder genauer gesagt einem Neubau nach romanischem Stil geschah. Es folgen interessante Informationen, seihen Sie gespannt und bleiben Sie am lesen!
Das Jahr 1150 ist ein Jahr in der Geschichte der Kirche, welches verheerende Folgen mit sich brachte. In diesem Jahr brach nämlich in Köln ein riesiges Feuer aus, welches fast die gesamte Stadt am Rhein zerstörte. Ebenfalls von dem Feuer betroffen war damit auch die Kirche, welche zum Benediktinerkloster gehörte. Forscher sind sich nicht genau sicher, wie sehr die Kirche durch das Feuer beschädigt wurde. Sie gehen allerdings davon aus, dass die Zerstörung der Kirche durch den Brandt die Menschen dazu veranlasste, auch noch den Rest der bereits zerstörten und niedergebrannten Kirche abzureißen.

Nachdem die alte Kirche nun endlich abgerissen wurde, konnten die Bauarbeiten der neuen Kirche beginnen. Relativ am Anfang des Baus wurde der Drei- Konchen- Chor erbaut. Dieser Teil der Kirche ist fast der einzige Teil, der in späterer Zeit nicht noch mal umgebaut wurde. Er ist also auch heute noch fast genauso erhalten, wie er damals gebaut wurde. Dies liegt daran, da fast alle anderen Teile des Gebäudes umgebaut oder verändert wurden. Hierbei ist zum Beispiel die Rede von dem Vierungsturm des Bauwerks. Aber auch Langhaus und Westabschluss waren von den Umbauten betroffen. Im Jahre 1172 bestand das Gebäude erstmals nur aus dem Vierungsturm, andere Bestandteile wurden wahrscheinlich gerade erst gebaut. es war dasselbe Jahr, in welchem auch der Erzbischof Phillip der erste von Heinsberg den Bau weihte. An der Apside des Gebäude, welche in nördlicher Himmelsrichtung lag, gab es einen Anbau.

Die Benediktuskapelle

Bei diesem Anbau handelte es sich um eine Benediktuskapelle, diese war zwei Stockwerke hoch. Diese Benediktuskapelle spielte einige Zeit später noch mal eine wichtige Rolle, da nach dort ein besonderer Leichnam gebracht wurde: Es handelt sich hierbei um den Leichnam von Abtes Helias, welcher 1042 starb. Über die Jahre wurde die Kirche immer weiter gebaut und verbessert, bis schließlich auch das Joch des Langhauses, welches in östlicher Himmelsrichtung lag, fertig gebaut war. Auch an der südlichen Seite kam man mit dem Bau schließlich voran, da auch die weiteren Seitenschiffjoche fertig errichtet waren.

Diese Seitenschiffjoche berührten die nördlich gelegene Wand einer älteren Pfarrkirche, die dort stand. Diese Pfarrkirche trug den Namen St. Brigiden. Forscher vermuten, dass diese Berührungsstellen zu den Mängeln an der südlich gelegenen Wand der Martinskirche führten. Über die Jahre wurde der Neubau also immer mehr fertig gestellt, doch leider bremste ein erneutes Feuer im Jahre 1185 diesen Bauprozess geringfügig aus. Weitere Informationen zum Bau des Gebäudes stammen aus einer Zeit, in der der Abt Simon von dem Jahr 1206 ab bis hin in das Jahr 1211 sein Amt bekleidete.

Tod des Klosterbruders Rudengerus

In dieser Zeit starb leider der Klosterbruder Rudengerus, doch er schenkte der Kirche ein Teil seines Besitzes. In seinem Testament nämlich vermachte er der Kirche neben einigen anderen Dingen sieben Taler und dazu noch 30 Denare. Von diesem Geld konnten weitere Steine für die Errichtung des Gebäudes bezahlt werden. Mitte des dreizehnten Jahrhunderts wurden schließlich weitere Änderungen an der Kirche vorgenommen: Die bereits etwas veralteten und nicht mehr sehr neuwertigen Wände, welche sich über den Seitenschiffen befanden, wurden zu etwas neuem, nämlich zu Laufgängen umgebaut. Hinzu kam noch der Umbau der Nischen des Triforiums. Diese wurden herausgestemmt. Ziel war es nämlich, dem Gebäude eine gewisse Leichtigkeit und somit auch Schönheit zu verleihen, was durch diese Maßnahmen gelingen sollte. Außerdem wurde das Kirchenschiff um fünf Meter in die Länge ergänzt. Hinzu kam dann schließlich noch ein Anbau, nämlich wurde eine zweijochige Vorhalle, welche im westen des Schiffs lag, ergänzt.

Die Fertigstellung

Als nun endlich die Fertigstellung der Martinskirche erfolgte, fanden trotzdem, im Laufe der Zeit, noch einige weitere Veränderungen statt. Die Kirche entwickelte sich also während des 14. bis hin in das 17 Jahrhundert weiter. Genau von diesen Veränderungen handelt der nächste Abschnitt des Artikels: Wie oben im Text beschrieben wurde das Gebäude bzw. die Kirche bereits Mitte des 13. Jahrhunderts fertig gestellt. Danach wurden fast keine Veränderungen an der Basilika vorgenommen und der Bau blieb bis hin in das 19. Jahrhundert so, wie er einst errichtet wurde. Leider gibt es einige, durch Zerstörungen bedingte Ausnahmen, welche eine Restaurierung oder auch Wiederherstellung der Kirche erforderten. Viele Teile des Gebäudes wurden beschädigt, doch am meisten betroffen war der Vierungsturm. Eben dieser Turm wurde beispielsweise im Jahr 1378 beschädigt. In diesem Jahr brach nämlich wieder ein großes Feuer aus, welches für die Zerstörungen und die darauf notwendigen Restaurierungsarbeiten verantwortlich war.

Durch Spenden finanziert

Da damals nicht viel Geld für den Wiederaufbau des Gebäudes vorhanden war, musste dieser von Spenden etc. finanziert werden. Doch nicht nur das Element Feuer richtete schwerwiegende Schäden an dem Gebäude an. Einige Jahre später, genauer gesagt im Jahr 1434 brach ein schwerer Sturm aus. Auch dieser Sturm verursachte schwere Schäden an der Basilika. Der schwere Wind, der von eben diesem Sturm verursacht wurde, wehte Bestandteile des Turms herunter. Bei diesen Bestandteilen handelte es sich um Giebel. Insgesamt waren vier Giebel an dem Turm befestigt, wobei drei Giebel hinuntergeweht wurden.

Dies richtete ebenfalls Schäden am umliegenden Kölner Fischmarkt, sowie auch an der Kirche selbst an. Zwei der drei heruntergefallenen Giebel landeten nämlich auf den Gewölben der Kirche, welche sich oberhalb des Hochaltars befanden. Natürlich setzten auch diese Schäden wieder Renovierungsarbeiten in Gang. Ein Beweis dafür ist die, zwei Jahre später eingesetzte Glocke, in welche die Jahreszahl 1436 eingraviert war.

Die finanzielle Lage

Ein anderes, ebenfalls sehr wichtiges Thema waren die finanziellen Begebenheiten und auch Möglichkeiten der zugehörigen Benediktinerabtei. Diese Situation wurde, als die Äbte Jakob von Wachendorp, welcher sein Amt von dem Jahr 1439 bis hin in das Jahr 1454 bekleidete, und Adam Meyer, der hingegen sein Amt von dem Jahr 1454 ab bis hin in das Jahr 1499 bekleidete, verbessert und gefestigt. Da durch diese Reformen unter den beiden Äbten die finanzielle Lage der Kirche verbessert wurde, war in folge dessen auch mehr Geld für die Renovierung bzw. auch generell für die Inneneinrichtung der Kirche verfügbar. Viele dieser, manchmal auch sehr kostspieligen Stücke, sind bis heute noch erhalten. Dazu gehören beispielsweise Stücke aus dem Jahr 1509. Es handelt sich bei diesen Stücken um Figuren, die in der damaligen Zeit auf dem Kreuzaltar aufgestellt wurden.

Wie bereits oben im Text erwähnt, hatte einige Jahre zuvor ein heftiger Sturm drei der vier am Turm der Kirche befestigten Giebel zum Absturz gebracht. Diese wurden, wie man eigentlich vermutet hätte, nicht renoviert, sondern in den Jahren 1450 bis 1460 durch eine andere Art von Dach ausgetauscht: Es entstand die, nach dem gotischen Stil gebaute Knickpyramide.

Einsturz des in südwestlicher Himmelsrichtung liegende Türmchens

Ein weiteres Ereignis wurde dadurch verursacht, dass ein Teil der Basilika unvollständig gebaut wurde: Es handelte sich hierbei um das, in westlicher Himmelsrichtung liegende Flankierungstürmachen. Das Ereignis ereignete sich im Jahr 1527. Da die Türme generell sehr unstabil waren, stürzte das, in südwestlicher Himmelsrichtung liegende Türmchen herab. Bei dessen Absturz wurde eine Kapelle beschädigt, die in dem Gebiet lag, in welchem der Turm zu Boden gekommen war. Bei der beschädigten Kapelle handelte es sich um die Magdalenenkapelle. Sie wurde schwer beschädigt, wurde aber nicht mehr aufgebaut oder renoviert.

Ganz im Gegenteil: das Gebäude wurde nämlich abgerissen, da es so stark beschädigt war. Auch im Inneren der Martinskirche blieb es über die ganzen Jahre nicht unverändert. Seit der Zeit des Mittelalters waren vielerlei verschiedene Altäre in der Kirche vorhanden. Diese mittelalterlichen Altäre wurden allerdings durch neuere Modelle ersetzt. Bei diesen neueren Modellen handelte es sich um Altäre mit einem frühbarocken Stil. Diese Exemplare stammten aus dem 17. Jahrhundert, blieben allerdings leider nicht alle bis in die heutige Zeit erhalten.

Im 18. Jahrhundert

In dem nächsten Abschnitt dieses Artikels dreht es sich rund um den Zeitabschnitt des 18. Jahrhunderts und darum, welchen Einfluss verschiedene Begebenheiten auf die Kirche hatten. Es wird hierbei zum Beispiel genauer auf den Einfluss von Klassizismus oder auch von Barock auf die Kirche eingegangen. Es bleibt weiterhin spannend und informativ, daher empfehle ich es ihnen, am lesen zu bleiben!

Unter der Führung von dem Abt Heinrich Obladen wurden an der Martinskirche und auch an einigen zugehörigen Gebäuden beziehungsweise Gesellschaften einige Änderungen und Reformationen durchgeführt. Im Jahr 1707 zum Beispiel wurde auf dessen Befehl hin das Abteigebäude abgerissen. Dieses Gebäude war ohnehin schon sehr baufällig und beschädigt gewesen, somit entschied man sich also für den vollständigen Abriss. Einige Zeit später wurde das bereits abgerissene Abteigebäude dann durch einen neuen Bau ersetzt.

Neben diesen, äußeren Erneuerungen, wurden auch innerhalb von der Kirche Groß St. Martin einiges renoviert und verbessert. Zum Beispiel wurde die Kirche mit einer neuen Orgel beglückt, welche sogar ein Stück größer war als ihr Vorgängermodell. Außerdem wurde auch das Innere der Kirche neu ausgemalt.

Der Barock Stil

Diese Verschönerungen und neuen Ausbesserungen waren von dem Stil, welcher den Namen Barock trägt, geprägt. Ein Zeichen für diesen Stil waren daher einerseits Bänder in goldener Farbe. Diese Bänder Schmückten Teile des Innenraums der Kirche wie zum Beispiel einige der sich dort befindenden Säulen, aber auch einige Kuppeln und sogar Wände. Natürlich waren dies nicht die einzigen Anzeichen für diesen Stil, auch wurde er durch vier Leuchten ergänzt, welche relativ schwer waren. Hinzu kamen auch noch weitere Kleinodien oder für diesen Stil typische Stücke.

Dies waren einige der Veränderungen der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, doch auch in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sollte man nicht leer ausgehen. Dazu muss man allerdings sagen, dass diese drastischen Neuerungen auch in der damaligen Zeit schon auf Menschen trafen, die damit nicht ganz zufrieden waren. Sie äußerten daher auch im 18. Jahrhundert schon Kritik an den neuen Stücken. Unter der Führung des Abtes Franz Spix, welcher sein Amt von dem Jahr 1741 ab bis hin in das Jahr 1759 bekleidete, wurden weitere Veränderungen getroffen und durchgeführt. Es wurde zum Beispiel die Höhe der Fläche rund um den Vierungsaltar verändert. Diese wurde nämlich etwas mehr als zwei Fuß erhöht.

Der Altar

Dem Altar selber wurde allerdings ein anderer Ort zugewiesen: Er wurde in die etwas weiter hinten liegende Apsis verlegt. Da dieser Umbau eine Absicht gehabt haben muss, gehen Forscher davon aus, dass der Abt durch diese Veränderungen innerhalb der Kirche die Heilige Messe aufwendiger und somit sicherlich auch prunkvoller gestalten lassen wollte. Leider hatte der Umbau auch einige Nachteile und schlechte Folgen. Einige dieser Folgen waren zum Beispiel die Zerstörung vieler Grabplatte. Bei diesen Grabplatten handelte es sich nicht um irgendwelche, sondern um die der Äbte. Ein weiteres Beispiel lässt sich auf die Säulen oder auch Pfeiler innerhalb der Kirche beziehen. Da der Boden verändert wurde, standen einige dieser Säulen von nun ab unvollständig, genauer gesagt ohne Sockel, in der Kirche.

Diese Nachteile wurden natürlich auch von der Gemeinde oder auch von anderen Menschen bemerkt, welche darauf hin viel Kritik an dieser Sache übten. Einer der Kritiker war beispielsweise Oliver Legipont. Trotz dieser heftigen Kritik, die also auch damals schon existierte, und trotz vieler weiterer Maßnahmen, konnte nichts an den geplanten oder auch bereits durchgeführten Arbeiten und Umbauten verändert werden. Zu den weiteren Maßnahmen, die ergriffen wurden, zählen unter anderem einige Protestnoten. Diese wurden nach Köln, damals zum päpstlichen Nuntius, gebracht und dort eingereicht.

Ferdinand Franz Wallraf

Ferdinand Franz Wallraf war es, welcher knapp vierzig Jahre später mit einer Neugestaltung der Basilika beauftragt wurde. Es war also das Ende des 18. Jahrhunderts, als die Arbeiten erneut aufgegriffen wurden. Diesmal allerdings unterschieden sich die jeweiligen Veränderungen im Stil. Hierbei war der Stil mit dem Namen Barock sehr ausgeprägt. Nun muss man dazu sagen, dass noch ein weiterer Stil im Spiel war, welcher den Barock beeinflusste: Es war der noch relativ am Anfang stehende Klassizismus.

Experten legen diese Fakten daran fest, dass Bestandteile wie Kanzeln oder auch Nebenaltäre ein sehr schlichtes Design hatten, dagegen der Altar, genauer gesagt der Hochaltar, sehr prunkvoll und mit einem großen Aufwand gestaltet war. Seine Gestaltung hatte außerdem Parallelen zur römisch- griechischen Welt der Götter.

Das Wallrafsche Bildprogramm

Diese damalige Gestaltung wird heute als Wallrafsches Bildprogramm bezeichnet. Die Meinungen sind hierbei gespalten, je nachdem aus welchem Gebiet sie kommen so sind Menschen, die hinter der Neuerungsbewegung der katholischen Kirche, welche im 19. Jahrhundert stattfand, oder auch hinter dem Historismus stehen, empfinden die damalige Gestaltung als schlecht und nicht sonderlich gut. Auch kommt es vor, dass diese als „heidnisch“ beschimpft oder schlicht weg einfach abgetan wird. Die genaue Gegenseite dieser Meinung hingegen vertreten Menschen, die das Wallrafsche Bildprogramm aus kunsthistorischer Sicht betrachten. Viele dieser Menschen sind schlicht weg begeistert von dieser Arbeit und finden sie sehr gut und gelungen.

Diese bereits oben im Text genannten Aspekte waren nur einige der vielen Veränderungen, welche am inneren Raum der Kirche vorgenommen wurden. Die Idee einer vom Ausmaß noch größere Veränderung kam im Jahre 1789 auf. Der Flankierungsturm des Gebäudes, welcher im Nordwesten lag, war über die Jahre bereits etwas verfallen und benötigte einiges an Restaurierung. Man entschied sich allerdings nicht für die Restaurierung des Turms, sondern dagegen. So wurde der Flankierungsturm der Kirche vollständig abgerissen. So blieben der Kirche nur noch zwei Türme übrig, und das sollte auch bis mitten des 19. Jahrhunderts so bleiben: Forscher fanden nämlich heraus, dass die Martinskirche bis hin zu diesem Zeitpunkt nur noch die beiden Türme hatten, welche sich im Osten des Gebäudes befanden.

Natürlich waren dies nicht die einzigen Veränderungen oder auch baulichen Maßnahmen, die an der Kirche vorgenommen wurden. Es folgten noch viele weitere dieser Umbauten, unter anderem auch in Bezug auf die Hauptapsiden. In diese wurden beispielsweise Fenster eingebaut. Sie sollten das Durchströmen der Kirche mit Licht ermöglichen sie somit auch in gewisser Weise schön und anschaulich gestalten. Einen kompletten Abriss wiederum erfuhr ein anderes Gebäude, nämlich die Magdalenenkapelle. Diese Kapelle befand sich zwischen einem Seitenschiff der Kirche Groß St. Martin und deren Apsis, welche in südlicher Himmelsrichtung lag.

Die Säkularisation

Nun haben sie bis hier hin schon einiges über die Geschichte der Martinskirche erfahren, doch bei diesen Informationen soll es nicht bleiben: Im nun folgenden Abschnitt dieses Textes erfahren sie noch einiges mehr in Bezug auf die, tatsächlich sehr umfassende aber dennoch sehr interessante und informative Geschichte dieses in der Stadt Köln stehenden Gebäudes: Angesprochen wird als nächstes nämlich die Säkularisation, doch auch die Restaurierungs- und Wiederaufbauarbeiten, welche im 19. Jahrhundert durchgeführt wurden, werden nicht außen vor gelassen. Sie können also gespannt sein, denn es folgen einige wissenswerte Informationen und Fakten! Viel Spaß!

Das Land Frankreich

Das Land Frankreich war damals dafür bekannt, einer Revolution zu unterliegen. Dem war auch im Jahre 1792 so, doch das ist noch nicht alles. Das Land war in einen Krieg mit einem großen Gegner verstrickt. Bei diesem Gegner handelte es sich nämlich nicht einfach nur um ein Land, sondern gleich um eine Koalition. Diese Koalition bestand aus einigen verschiedenen, europäischen Regierungen und war daher keinesfalls zu unterschätzen. Unter anderem gehörten auch Preußen und Österreich zu den aus Europa stammenden Regierungen. Wie man nun vermuten könnte, war auch die Stadt Köln eines Tages von dem damals herrschenden Krieg betroffen. Genauer gesagt handelte es sich um den Monat Oktober im Jahr 1794. Zu diesem Zeitpunkt nahmen die Kriegstruppen des Landes Frankreich die Stadt ein. Diese Zeit, in der Frankreich die Stadt Köln besetzte, dauerte ganze zwanzig Jahre an.

Köln war lange Zeit von den Traditionen des Mittelalters geprägt gewesen, doch dadurch, dass die Stadt nun von einer „anderen Kultur“ oder besser gesagt von einem anderen Land eingenommen beziehungsweise besetzt war, änderten sich natürlich auch dessen Bräuche, welche von diesem Zeitpunkt an antiklerikal beeinflusst und geprägt wurden. Viele weitere Veränderungen traten unter der Besetzung durch Frankreich ein, zum Beispiel wurde der Kölner Dom, das Wahrzeichen der Stadt, zu einer ganz normalen Pfarrkirche umfunktioniert. Doch damit sollte noch lange nicht genug sein: Sogar das Kölner Erzbistum wurde im Jahre 1801 vollständig aufgelöst und existierte ab diesem Jahr nicht mehr.

Die Zulassung der Säkularisation

Am 9. Juni des Jahres 1802 wurde eine Verordnung ausgesprochen, die die Geschichte Kölns noch lange beeinflussen sollte: Es war die Zulassung der Säkularisation. Darauf folgte also die Aufhebung aller geistlichen Körperschaften oder auch Korporationen, welche sich im Bereich der Rheindepartments befanden. Auch das Martinskloster war eine solche Einrichtung und war daher ebenfalls von dieser Säkularisation betroffen. Der 21. September 1802 ist somit das Datum, an dem auch das Kloster aufgelöst werden musste. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten und arbeiteten hier rund 21 Mönche. Diese mussten nun eine andere Unterkunft außerhalb der Klostermauern finden, was einigen von ihnen bald gelang: elf der Mönche wurden auf Pfarrstellen innerhalb der Stadt Köln aufmerksam. Schon bald hatten sie diese übernommen und so einen neuen Platz für sich gefunden.

Kirche St. Brigiden

Eine weitere Kirche, die von dem Umbruch und von den Veränderungen betroffen war, war die Kirche St. Brigiden. Im Jahre 1805 wurde sie, ausgenommen von einem einzelnen Turm, komplett verkauft. Forscher fanden hierzu passend ein Protokoll zur Versteigerung nationaler Güter. Dieses Protokoll stammte aus dem vierzehnten Jahr, in dem die französische Revolution stattfand. In dieser Schrift stand, dass die Kirche keinen nutzen mehr hatte, da in ihr kein heiliger Gottesdienst mehr gefeiert werden konnte. Daher wurde auch dieses Gebäude zu der Auktion freigegeben. Wie man nun vermuten könnte, wurde die gesamte Kirche nach einiger Zeit abgerissen. Die Resten dieses Gebäudes, sprich Steine und ähnliches wurden ab dem Jahr 1812 zu einer Treppe für eine Orgel umfunktioniert.

Pfarrer Felix Ohoven

Um nun zur eigentlichen Kirche, nämlich der Kirche Groß St. Martin zurückzukommen: Diese hatte seither die Funktion einer Pfarrkirche angenommen. Die Rolle des Pfarrers übernahm Felix Ohoven, ein ehemaliger Abt. Auch dem Abteigebäude, welches seit einiger Zeit verlassen war, wurde eine neue Funktion zugesprochen: Dieses Gebäude sollte nämlich einigen Menschen als Raum zum Leben und Wohnen dienen.

Bei diesen Menschen handelte es sich allerdings nicht um irgendwelche Menschen, sondern um ehemalige Mönche. Im Jahre 1808 hatten diese ihre Mönchsrolle allerdings ablegen müssen, um als französische Veteranen tätig zu werden. Diese Gebäude und Bauwerke verfielen immer mehr und wurden somit über die Jahre immer Baufälliger. Im Jahre 1821 konnten sie schließlich nicht mehr genutzt werden und mussten somit geräumt werden. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Im Jahre 1822, also nur ein Jahr später, wurden viele dieser Gebäude in dem Auftrag der Stadt abgerissen. Ein Bauwerk, welches trotz dessen bis hin in das Jahr 1839 erhalten blieb, war der Kreuzgang.

Einige Zeit später wurde auch er schließlich abgerissen und „dem Erdboden gleich“ gemacht. Victor Hugo war in damaliger Zeit ein talentierter und bekannter Dichter gewesen. Infolge dessen plante dieser Mann eine Reise, welche den gesamten Rhein entlang ging und besuchte so auch für zwei ganze Tage die Stadt Köln. Was er dort sah, waren die letzten Arbeiten an den Abrissen der einzelnen Gebäude, die in Köln standen. Seine Gedanken zu diesem Thema schrieb er auf, so dass Forscher diese als überlieferte Quelle nutzen konnten.

Unschöne Zeiten

Die Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts war es, in welcher die Martinskirche wegen ihrer Unvollständigkeit und Trostlosigkeit insgesamt nicht schön anzusehen war. Ihr fehlten nämlich immer noch einige Bestandteile des eigentlichen Gebäudes. Fehlen taten beispielsweise zwei Flankierungstürmchen, welche normalerweise an der westlichen Seite der Kirche angebracht waren und sich stolz in den Himmel erstreckten. Auch war die nördliche Seite der Kirche betroffen: An dieser nun sehr kahlen und schmucklosen Seite war damals das Abteigebäude angeschlossen gewesen. Da dieses nun aber fehlte, wirkten die wände sehr trostlos, denn sie hatten nicht einmal Fenster, die etwas Licht in das Gebäude strömen ließen.

Das Jahr 1843 sollte schließlich eine Art Umbruch mit sich bringen, denn ab diesem Zeitpunkt willigte die Stadt Köln ein, einige Summen an Geld zu dem Wiederaufbau der Kirche beizusteuern und den Prozess der Restaurierung und auch Renovierung somit enorm zu beschleunigen. Schon die ersten Arbeiten ließen neue Hoffnung aufblühen. Es wurde nämlich eine neue Sakristei an der Nordapsis des Gebäudes gebaut, dessen Gestalt und Formen von dem romanischen Stil stark geprägt waren. Entworfen wurde diese von einem Mann, der den Namen Johann Peter Weyer trug. Auch über eine neue und sehr schön gestaltete Seitenschiffwand durfte sich das Bauwerk, das sich langsam von seinen Schäden zu erholen schien, freuen. Im Jahre 1847 wurde dann das nächste „Puzzlestück“ ergänzt, bei welchem es sich um den Flankierungsturm handelte, welcher sich in nordwestlicher Himmelsrichtung befand. Auch der Plan, die Basilika vollständig und komplett zu erneuern beziehungsweise zu restaurieren wurde seit dem Jahre 1861 wahrgenommen.

Restaurierung durch Heinrich Nagelschmidt

Erwähnenswert ist ebenfalls, dass dieser Plan der umfassenden Erneuerung oder auch Restaurierung Heinrich Nagelschmidt zu verdanken ist. Erfreulich ist, dass sich die Stadt Köln erneut an den Kosten dieser aufwendigen, aber in jedem Fall notwendigen Kosten beteiligte. Es handelte sich hierbei um einen Wert von ca. 32.000 Talern, welche als damalige Währung galten. Bis hin zu dem Jahr 1875 erhielt die Kirche Groß St. Martin weitere Neuerungen und „Zusätze“. Man spricht hierbei von einem neuen Kirchendach. Doch auch über einen erneuerten Giebel, welcher wiederum im Westen lag, durfte sich das Gebäude freuen. Doch das war noch nicht alles: Auch neue Fenster, welche in dem Seitenschiff angebracht wurden, welches in südlicher Himmelsrichtung lag, und sogar das vierte und bis zu diesem Zeitpunkt noch fehlende Flankierungstürchen kamen noch dazu.

August Essenwein

Neben diesen ganzen neuen Bauten war das einzige, was verkürzt wurde, die Vorhalle des Gebäudes. Wie Ihnen nun vielleicht schon aufgefallen ist, handelte es sich bei diesen ganzen Prozessen um Arbeiten, die an dem Äußeren der Kirche durchgeführt wurden. Nun war es also an der Zeit, dass auch das Innere des Gebäudes verbessert und neu gestaltet wurde: Diese Aufgabe übernahm ein Mann namens August Essenwein. Er war der damalige Direktor des Germanischen Museums, welches in Nürnberg stand.

Interessant zu wissen ist bei der ganzen Sache, dass dieser Mann die bis zu diesem Zeitpunkt aufgestellten Pläne verwarf, um seine eigenen, neuen Pläne zu gestalten. Bei den alten Plänen handelte es sich nämlich um eine klassizistische Ausmalung, welche relativ am Ende des 18. Jahrhunderts erstellt werde. Diese fand er offensichtlich nicht sonderlich gut und entwickelte daher seine eigenen Pläne, welche sich rund um den Historismus drehten: Er wollte die Sprache der Bilder nutzen, welche im Mittelalter verwendet wurde. Dies sollte natürlich möglichst authentisch durchgeführt werden, weswegen auch Böden und Wände, ja sogar Gewölbe ausgeschmückt und verziert wurden. Leider konnte dieses Projekt nur sehr langsam und in relativ kleinen Schritten bearbeitet werden, da allein die Materialkosten nur schwer realisierbar waren.

Dessen war sich August Essenwein auch bewusst. Natürlich hatte er einen Plan aufgestellt, welcher die gesamte Kirche betraf, doch er hatte noch einen Schritt weiter gedacht. Anstelle Bilder zu entwerfen, die über die ganzen Kirchenräume verteilt waren und alle in gewisser Weise zusammenhingen, entwarf er Bilderzyklen, die jeweils in einem einzelnen, anderen Teil der Kirche vorzufinden waren. Diese Zyklen sprachen für sich selbst und waren somit unabhängig von den anderen Bildern, die bereits existierten, oder die in nächster Zeit noch kommen sollten. Somit spielte es also keine Rolle, wann die nächsten Bilder in der Kirche ihren Platz fanden, und ob eine Pause der Arbeiten eingelegt werden musste, da es an Materialien oder finanziellen Mitteln mangelte. Seine Arbeiten startete er im Osten und schloss sie im Westen ab. Als alles andere fertig war, wurde zu guter letzt auch noch der Boden gestaltet und verziert.

Zwischenstop

Nun endet der Artikel an dieser Stelle erstmals hier. Ich hoffe sehr, dass Ihnen die vielen Informationen und Fakten gefallen haben und Sie einiges dazulernen konnten. Sie haben sich weitergebildet und können nun bei Ihrem nächsten Besuch in der wunderbaren Stadt Köln punkten und vielleicht sogar ein bisschen angeben.

Denn wie Sie wissen, lohnt sich ein Urlaub in Köln oder auch nur ein kurzer Ausflug allemal und ist zu jeder Zeit im Jahr zu empfehlen. Köln hat so viel zu bieten und ist ein so wunderschönes Reiseziel. Ganz egal ob für Groß oder Klein, für Jung oder Alt. Es lohnt sich immer wieder!

Und um Ihnen diese tolle Erfahrung ermöglichen zu können, bieten wir Ihnen die passende Unterkunft an: die Ferienwohnungen in Köln mit einem gerechten Preis- Leistungsverhältnis. Falls Sie noch mehr über die Martinskirche erfahren möchten, hier eine gute Neuigkeit. Es wird sicher bald eine Fortsetzung mit weiteren, spannenden Details und Aspekten geben!

PS: Wir danken unserer Tochter Dina für diesen tollen Bericht! Die Ferienwohnung-Koeln.com!

English Version of Great St. Martin church.

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